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Mitarbeiter-Kapitalprogramme

Mit dem Gesetz vom 4. Oktober 2018 über Mitarbeiter-Kapitalprogramme wurden alle Arbeitgeber verpflichtet, die Mitarbeiter-Kapitalprogramme (PPK) in ihrer Organisation einzuführen.

Die Mitarbeiter-Kapitalprogramme (PPK) gelten als ein allgemeines, freiwilliges, privates und langfristiges Sparsystem für Mitarbeiter. Ihre Einführung hat zum Ziel, die finanzielle Sicherheit in der Rentenzeit zu steigern.

Nachfolgend möchten wir Ihnen die PPK ausführlich darstellen, wobei im Vordergrund die arbeitgeberbezogenen Fragen stehen werden.

FÜR WEN GILT DIE PFLICHT zur EINFÜHRUNG DEs PPK?

Die PPK müssen alle Subjekte einführen, die zumindest einen Mitarbeiter einstellen. Dabei gilt als Mitarbeiter jeder Beschäftigte, der das 18. Lebensjahr vollendet hat,  unabhängig seiner Anstellungsart (Arbeitsvertrag, Agenturvertrag, Auftragsvertrag usw.) welcher aufgrund solch eines Vertrags rentenversicherungspflichtig in Polen ist, sowie ein Aufsichtsratsmitglied, soweit es rentenversicherungspflichtig ist.

FÜR WEN ENTFÄLLT DIE PFLICHT zur EINFÜHRUNG DEs PPK?

  • Für diejenigen Arbeitgeber, die vor der endgültigen Frist für Beitritt zum PPK das PPE (Mitarbeiter-Rentenprogramm) einführen. Dabei darf der PPE-Beitrag nicht niedriger als 3,5% des Entgelts sein, falls dem PPE mindestens 25% Beschäftigte bei dem jeweiligen Arbeitgeber beigetreten sind.
  • Für die Kleinstunternehmer, d.h. die Arbeitgeber mit den jährlichen Nettoumsatzerlösen bis 2. Mio. Euro und der durchschnittlichen Beschäftigung unter 10 Personen in dem vorangegangenen Jahr, falls alle Beschäftigte auf den Beitritt zum PPK verzichten.

VERGLEICH VON PPK UND PPE – DIE WICHTIGSTEN UNTERSCHIEDE

 

PPE

PPK

Minimaler Beitrag

Arbeitgeber– 3,5%

Mitarbeiter – 0%

Arbeitgeber – 1,5%

Mitarbeiter – 2%

Obligatorische Verträge

- betrieblicher Vertrag zwischen dem Arbeitgeber und der Mitarbeitervertretung

- Verwaltungsvertrag zwischen dem Arbeitgeber und dem Finanzinstitut

- Verwaltungsvertrag zwischen dem Arbeitgeber und dem Finanzinstitut

- Vertrag über Führung des PPK zwischen dem Finanzinstitut und dem Arbeitgeber im Namen aller Mitarbeiter

Rolle der Gewerkschaften/

Mitarbeitervertretung

mitentscheidend (einflussgebend)

begutachtend, unverbindlich für den Arbeitgeber

Definition des  „Entgelts”

Keine Einschränkung der jährlichen RV-Beitragsgrundlage bei Berechnung der PPE-Beiträge

Einschränkung der jährlichen RV-Beitragsgrundlage bei Berechnung der PPK-Beiträge

Informationspflichten

Grundsätzlich hat sie der Arbeitgeber gegenüber den Mitarbeitern und den Aufsichtsbehörden (KNF)

Grundsätzlich hat sie das Finanzinstitut als Verwalter von PPK gegenüber den Mitarbeitern und den Aufsichtsbehörden (KNF)

 

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HÖHE UND STRUKTUR DER PPK-BEITRÄGE

Die Beiträge werden durch drei Subjekte finanziert: den Mitarbeiter, Arbeitgeber und Staat (die Regierung).

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c) Staat (Regierung)

  1. Einmaliger Begrüßungszuschlag – 250 PLN für jeden Mitarbeiter.
  2. Alljährlicher Zuschlag – 240 PLN.
  3. Der PPK-Beitrag gilt nicht als Grundlage für Berechnung der ZUS-Beiträge (sondern als Grundlage für Berechnung der Einkommensteuer).
  4. Möglichkeit der Behandlung der PPK-Beiträge als abzugsfähiger Betriebsausgaben.

BEISPIEL FÜR BERECHNUNG DES PPK-BEITRAGS UND VERKÜRZUNG DES NETTOENTGELTS DES MITARBEITERS

  • Entgelt des Mitarbeiters - 5 000 PLN brutto  ≈ 3 550 PLN netto.
  • Der minimale PPK-AG-Anteil: 1,5% des Entgelts - 75 PLN (5 000 PLN x 1,5%).
  • Einkommensteuer auf den PPK-AG-Anteil – 14 PLN (75 PLN * 18%).
  • Der minimale PPK-MA-Anteil: 2% des Entgelts – 100 PLN (5 000 PLN x 2%).
  • Um den PPK-Beitrag verringertes auszuzahlendes Nettoentgelt – 3 550 PLN -14 PLN -100 PLN = 3 436 PLN.
  • Gesamter monatlicher PPK-Beitrag – 175 PLN (75 PLN + 100 PLN).

WIE IST PPK EINZUFÜHREN?

1. Prüfung der Anzahl der Beschäftigten

Die Frist für Einführung des PPK ist abhängig von der Anzahl der Beschäftigten bei dem jeweiligen Arbeitgeber und ist wie folgt:

 

Frist für Erfüllung der Pflicht zur Anwendung der Vorschriften des PPK-Gesetzes

Anzahl der Beschäftigten

1

1. Juli 2019

 250 und mehr Beschäftigte zum 31. Dezember 2018

2

1. Januar 2020

50 - 249 Beschäftigte zum 30. Juni 2018

3

1. Juli 2020

20 - 49 Beschäftigte zum 31. Dezember 2019

4

1. Januar 2021

Sonstige Arbeitgeber

Der vorzeitige Beitritt zum PPK ist ausschließlich im Rahmen einer Holding möglich.

Beispiel: ist eine der Holdinggesellschaften aufgrund der Anzahl der Beschäftigten verpflichtet, zum 1. Juli 2018 dem PPK beizutreten, dann können auch sonstige Holdinggesellschaften dieser Holding an diesem Tag dem PPK beitreten.

2. Wahl des Finanzinstituts zur Verwaltung des PPK.

Die Wahl des Finanzinstituts bedarf der Absprachen mit allen Gewerkschaften und falls sie nicht vorhanden sind, mit der Mitarbeitervertretung, die in dem bei dem jeweiligen Arbeitgeber angenommenen Verfahren bestellt wird.

Gesetzliche Wahlkriterien:

  • Beurteilung der vorgeschlagenen Bedingungen für Verwaltung der im PPK gesammelten Mittel;
  • Effektivität bei Verwaltung von Aktiva;
  • Erfahrung in Verwaltung von Investitionsfonds bzw. Rentenfonds;
  • am besten verstandenes Interesse der Beschäftigten.

3. Abschluss des PPK-Verwaltungsvertrags mit dem gewählten Finanzinstitut

Der Verwaltungsvertrag zwischen dem Arbeitgeber und dem gewählten Finanzinstitut wird einmal innerhalb von zehn Arbeitstagen vor dem Ablauf der Frist für Abschluss des Vertrags über Führung des PPK für den ersten Teilnehmer abgeschlossen.

4. Vorstellung den Mitarbeitern des gewählten Angebots des Finanzinstituts

Zu diesem Zeitpunkt sollen die Beschäftigten über die Wahl des Finanzinstituts und ihre Pflichten informiert werden. Der Arbeitgeber ist insbesondere verpflichtet, die Mitarbeiter über die Möglichkeit des Verzichts auf PPK zu informieren sowie die durch das Finanzinstitut gelieferten erforderlichen Erklärungen der Beschäftigten zu vervollständigen.

Grundsätzlich hat vor allem das Finanzinstitut die Informationspflichten gegenüber den PPK-Teilnehmern. Unverzüglich nach dem Abschluss des Vertrags über Führung des PPK hat es den PPK-Teilnehmern die im Gesetz genannten Informationen auf dem elektronischen Wege bereitzustellen.

5. Abschluss des Vertrags über Führung des PPK.

Der Vertrag über Führung des PPK wird zwischen dem Arbeitgeber und dem Finanzinstitut abgeschlossen, mit dem der PPK-Verwaltungsvertrag im Namen und für den Mitarbeiter abgeschlossen wurde – es ist ein Vertrag samt Anhang mit der PPK-Teilnehmerliste.

Der Vertrag ist innerhalb von 10 Tagen nach Ablauf von 3 Monaten nach Entstehen der Pflicht zur Anwendung der Vorschriften des Gesetzes über Mitarbeiter-Kapitalprogramme bei dem jeweiligen Arbeitgeber abzuschließen. 

Im Falle der neu angestellten Mitarbeiter wird der Vertrag über Führung des PPK für sie nach dem Ablauf des dritten Beschäftigungsmonats bei dem jeweiligen Arbeitgeber abgeschlossen. In der Praxis braucht man keinen weiteren Vertrag über Führung des PPK abzuschließen, denn man nimmt an, dass an dem ersten Tag nach Ablauf von drei Monaten ab Einstellungstag die Rechtsfolgen des Vertrags über Führung des PPK entstehen. Dies bedeutet, dass der neue Mitarbeiter nach Ablauf von drei Monaten seiner Beschäftigung automatisch dem PPK beitritt, es sei denn, dass er darauf verzichtet.

Dies hat zur Folge, dass diejenigen Personen, die aufgrund der kurzfristigen, einmaligen Verträge (z.B. Auftragsverträge) für weniger als drei Monate beschäftigt werden, keiner Pflicht für Berechnung der PPK-Beiträge für sie unterliegen.

Die Beschäftigten, die das 70. Lebensjahr vollendet haben, dürfen keine PPK-Teilnehmer sein - für diese Personen werden keine Verträge über Führung des PPK abgeschlossen.    

6. Berechnung und Zahlung der PPK-Beiträge

Der erste PPK-Beitrag ist ab dem ersten Monat nach dem Monat zu berechnen und zu erheben, in dem der Vertrag über Führung des PPK abgeschlossen wurde.

Die Zahlung des Beitrags an das Finanzinstitut erfolgt bis 15. Tag des Folgemonats nach dem Monat, in dem die Beiträge berechnet und erhoben wurden.

7. Zeitplan für Einführung des PPK

Pflicht zur Anwendung der Vorschriften des PPK-Gesetzes

Endgültige Frist für Abschluss des PPK-Verwaltungsvertrags

Endgültige Frist für Abschluss des Vertrags über Führung des PPK

Monat, für den der erste Beitrag zu berechnen und zu erheben ist

Frist für Zahlung des Beitrags an Finanzinstitut

1. Juli 2019

26. September 2019

 10. Oktober 2019

Im November 2019 ausgezahltes Entgelt

 

15. Dezember 2019

1. Januar 2020

27. März 2020

10. April 2020 

Im Mai 2020 ausgezahltes Entgelt

 

15. Juni 2020

 

1. Juli 2020

26. September 2020

10. Oktober 2020

Im November 2020 ausgezahltes Entgelt

 

15. Dezember 2020

1. Januar 2021

1. Januar 2021

10. April 2021

Im Mai 2021 ausgezahltes Entgelt

 

15. Juni 2021

8. Zeitplan für Einführung des PPK für den neu angestellten Mitarbeiter

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SANKTIONEN FÜR NICHTEINFPHRUNG DES PPK 

  • Die Geldstrafe bis 1,5% des Entgelt-Fonds bei dem jeweiligen Arbeitgeber in dem Geschäftsjahr vor dem Jahr, in dem die Straftat begangen wurde – für nicht fristgerechten Abschluss des PPK-Verwaltungsvertrags sowie für Bewegung des Beschäftigten zum Verzicht auf PPK.
  • Die Geldstrafe von 1 000 bis 1 000 000 PLN – für Nichterfüllung der Pflicht u.a. zum fristgerechten Abschluss des Vertrags über Führung des PPK, zu Einzahlungen für PKK innerhalb der vorgesehenen Fristen, zur Führung der Dokumentation in Zusammenhang mit Berechnung der Einzahlungen für PKK.
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