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Unternehmensnachfolge und ihre Alternativen – Zusammenfassung der Diskussionspanel

FAMILIENUNTERNEHMEN IN POLEN

Die meisten Unternehmen in Polen sind Familienunternehmen. Der Begriff Familienunternehmen ist in Polen ziemlich neu, denn die Geschichte dieser Unternehmen begann in unserem Land vor ungefähr 30 Jahren mit der systempolitischen Wende.

Der Erfolg von zahlreichen Familienunternehmen, darunter auch denjenigen, die sich unter den größten Unternehmen Polens befinden, das steigende Bewusstsein und der wirtschaftliche Patriotismus hatten zur Folge, dass die Gewerbe mit den Familienwurzeln nicht mehr mit dem negativ geprägten, in der Volksrepublik Polen kreierten Mythos eines Selbständigen assoziiert sind. Als Nachweis dafür gelten die Ergebnisse der weiteren Berichte der Reihe Die Polen über Familienunternehmen, die von der Fundacja Firmy Rodzinne (FFR) bearbeitet wurden. Der erste, 2014 herausgegebene Bericht öffnete die Augen der Unternehmer, die damals unsicher waren, wie solche Unternehmen durch die Gesellschaft angesehen werden, und er gab Ihnen mehr Mut zur Mitteilung der Besonderheiten dieser Unternehmen an die Öffentlichkeit.

WACHSENDE ROLLE DER FAMILIENUNTERNEHMEN

Die wachsende Rolle der Familienunternehmen bemerkten verschiedene B2B-Dienstleister von Banken über Rechtsanwaltskanzleien bis auf Beratungsgesellschaften. – Seit einiger Zeit erleben die Familienunterleben eine echte Vertriebsoffensive, denn praktisch jeder professionelle B2B-Dienstleister hat in seinem Angebot die für sie dedizierten Lösungen – bemerkt Piotr Hans, der Berater der Geschäftsführung des Familienunternehmens NOVOL, Hauptvorstandsmitglied des Vereins der Buchhalter in Polen (SKwP) und Vorstandsmitglied der Niederlassung Großpolen dieses Vereins. – An manchen Familienunternehmen hat man sogar auf externe Berater verzichtet, obwohl von Jahr zu Jahr die Zahl der Unternehmer steigt, welche die Unterstützung bei der allmählichen Übergabe der Unternehmensführung an die jüngere Generation brauchen werden. Ein Problem dabei beruht darauf, dass man nicht weiß, wen man dafür wählen soll, denn das Thema der Unternehmensnachfolge ist ziemlich neu und niemand hat eine langjährige Erfahrung in diesem Bereich, was besonders wichtig im Falle von kleinen und mittleren Unternehmen ist, wo die Inanspruchnahme der Unterstützung von externen Beratern jedoch nicht gangbar ist – fügt Hans hinzu.

UNTERNEHMENSNACHFOLGE – PROBLEM VERSCHIEDENER MEINUNGEN UND ERFAHRUNGEN

In den meisten Fällen haben wir zurzeit mit der ersten Generation zu tun, d.h. mit den Menschen, welche die Familienunternehmen aufgebaut haben und sie immer noch leiten. Sie sind Vorläufer, indem sie ihr Lebenswerk allmählich in die Hände der Nachfolger übergeben. Es ist ein schwieriger Prozess, der einer harten Arbeit und der jahrelangen Vorbereitungen bedarf. Die Vertreter dieser zwei so verschiedenen Generationen sehen die vor Ihnen und dem Unternehmen stehenden Herausforderungen nicht selten anders. Sie setzen auch anders Prioritäten. Die Inhaber von Familienunternehmen mit einer langen Tradition haben in der Regel nur eine Vision in Bezug auf ihre Zukunft  – sie möchten ihr Lebenswerk in gute Hände eines Familienangehörigen übergeben. Prima, wenn die Familienangehörigen das Unternehmen kennen und sich an dessen Alltag und Entwicklung beteiligen. Schlimmer, wenn sie weder ausreichenden Kenntnisse über das Unternehmen haben noch ihre Zukunft an dessen Management in den nächsten Jahren nicht binden können.

Als Inhaber des Unternehmens soll man sich – unabhängig von seiner Größe oder Geschichte – um seine Zukunft rechtzeitig kümmern. Das Leben ist voller Überraschungen – auch der schlimmen, deswegen soll jeder Gewerbetreibende einen „Plan B” ausarbeiten, auch für den Fall, wenn der Inhaber des Unternehmens plötzlich stirbt und die Familie mit dessen Übernahme alleine zurecht kommen muss. Solche dramatische Situationen treten meistens völlig unerwartet ein und der Schutz der Familie des Gewerbetreibenden, seiner Errungenschaften, der Zulieferer sowie Arbeitnehmer des Unternehmens ist dann sehr wichtig.

Ein Familienunternehmen ist viel mehr als Einkunftsquelle

Es ist Frucht von einer harten und langjährigen Arbeit – manchmal der Generationen – die kein Gewerbetreibender vernichten will. Wir sind uns dessen völlig bewusst, deswegen organisierten wir gemeinsam mit ein paar anderen Subjekten unentgeltliche Diskussionspanel über die Unternehmensnachfolge und ihre Alternativen in Poznań, Łódź und Szczecin, um den Inhabern von Familienunternehmen nahe zu legen, was sie tun sollen, um sich um die Zukunft ihres Unternehmens und ihrer Familie am besten zu kümmern. Als ein lokal und global handelndes Unternehmen fördert RSM Poland die Familienunternehmen und möchte das Wissen der Gesellschaft zu diesem Thema erweitern, denn gerade diese Subjekte sind eines der wichtigsten Kettenglieder unserer Wirtschaft, die ihre Strategie aufgrund der Tradition und guter Werte aufbauen.

Grundlage ist ein guter Plan

Unternehmensnachfolge ist in der Regel ein langwieriger und rechtlich, steuerlich und finanzbuchhalterisch komplizierter Prozess, der jahrelang dauern kann. Wenn man das Sicherheitsgefühl haben und es zugleich den Nächsten sicherstellen will, muss man einen fertigen Aktionsplan für Schicksalsfälle haben, dessen Ausarbeitung nicht einfach ist, insbesondere angesichts von zahlreichen Pflichten aufgrund der Unternehmensführung. Im Rahmen der von uns organisierten Disskusionspanels wollten wir den Unternehmern nahe legen, wie sie solch einen Plan erstellen und wo sie die Unterstützung suchen sollen.

PRAKTISCHE BEHANDLUNG DES THEMAS – DISKUSSIONSPANELS

Während der Diskussionspanels konzentrierten wir uns auf das Thema der Unternehmensnachfolge und genauer gesagt – auf das Modell der Machtübergabe an Kinder durch ihre Eltern. In diesem Modell sind die Kinder mit dem Unternehmen von seinem Anfang verbunden (entweder aktiv oder nur als bloße Beobachter der Vorgehen ihrer Eltern) und sie möchten darin den Mehrwert und einen besonderen Hauch von Frische und Innovation mitbringen. Wir besprachen auch die Situationen, wo die Familie kein Alleineigentümer des Geschäfts ist – manchmal kommt nämlich vor, dass die jeweilige Gesellschaft auf der Börse notiert ist und ein Investitionsfonds sich an ihr beteiligt bzw. sie von den externen Managern verwaltet wird. Wir sprachen auch über Situationen, wo die Kinder kein Interesse an der Leitung des Familienunternehmens haben bzw. umgekehrt – sie sind daran interessiert aber ihren Eltern  – den Gründern fällt es schwer, die Steuerung an sie zu übergeben.

An den Panels beteiligten sich erfahrene Vortragende, die (im großen Teil) alleine die Unternehmensnachfolge in ihren Unternehmen erlebt haben, wodurch sie ihre Erfahrungen mit den Teilnehmern teilen konnten. Sie erzählten auch von den Herausforderungen in Bezug auf diesen Prozess, ihren Erfolgen und Misserfolgen. Wir konzentrierten uns auf finanzielle, steuerliche, rechtliche, geschäftsbezogene und organisatorische Aspekte der Unternehmensnachfolge. Wir wiesen auf die psychologisch geprägten Probleme hin (Machtübergabe, Akzeptanz des Nachfolgers durch die Familie und das Unternehmen, Abgabe der Macht durch den Nestor) und zeigten, wie ein Investitionsfonds den Familienunternehmen bei der Entwicklung bzw. dem Nachfolgeprozess helfen kann. Wir diskutierten darüber, was man tun kann/muss, wenn sich die Unternehmensnachfolge als unmöglich bzw. zu risikoreich erweist (z.B. man kann das Unternehmen veräußern bzw. mit dessen Management externe Manager beauftragen). Darüber hinaus sprachen wir darüber, wie man in einem Familienunternehmen eine Atmosphäre schaffen kann, durch welche sich seine Arbeitnehmer als dessen Bestandteil fühlen werden sowie wir sprachen die Probleme an, die bei der Unternehmensnachfolge in Bezug auf die wichtigsten Beschäftigten, u.a. Hauptbuchhalter oder CFOs erscheinen.

Während der Panels wurde viel Zeit einem entsprechenden Ansatz gewidmet, wobei betont wurde, dass jedes Familienunternehmen anders ist und andere Vorstellungen über ihre Zukunft hat, die zu pflegen ist. – Veräußerung des Unternehmens, Aufnahme der Verhandlungen mit einem Finanz- bzw. Brancheninvestor als dem potentiellen Eigentümer, Schenkung, und bei den Großunternehmen auch der Börsengang – alle diese Szenarios sind im Falle der geplanten Eigentumsübergabe im Prozess der Unternehmensnachfolge möglich, jedes davon erfordert aber einer anderen Vorgehensweise, denn jedes Unternehmen ist anders – betonte Bartosz MIŁASZEWSKI, unser Managing Partner.

ALS ZUSAMMENFASSUNG

Man soll an die Zukunft denken, aber man braucht nicht, sich um sie Sorgen zu machen. Der Gedanke, was mit den Früchten ihrer harten Arbeit passiert, begleitet die Inhaber von Familienunternehmen fast jeden Tag – wir wissen es sehr gut, weil eine Gruppe dieser Unternehmen von uns vertreten ist.

Die Ausarbeitung eines Mehrgenerationenplans für Unternehmensnachfolge ist keine einfache Aufgabe, deswegen hilft RSM Poland sowohl den Nestoren, als auch den Nachfolgern, die eigentliche Nachfolge im Voraus zu planen, indem sie sie durch den ganzen Prozess von Anfang bis Ende führt.

 

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