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Steuer auf großflächige Geschäfte

Die polnische Regierung hat vor, im Jahr 2016 die Steuer auf großflächige Geschäfte einzuführen, mit der große Handelsketten belastet werden. Sie hat zum Ziel, kleine inländische Familiengeschäfte zu fördern. Erste Regelungen bezüglich dieser Steuer wurden im Gesetzesentwurf vom 15. September 2015 dargestellt, in dem u.a. die Besteuerung der Subjekte vorgesehen wird, die den Handel in den Geschäften mit der Verkaufsfläche von mehr als 250 qm betreiben. Zurzeit wird durch die Regierung präzisiert, dass nach dem geänderten Gesetzesentwurf die Besteuerung der Geschäfte nicht von der Fläche, sondern von dem generierten Umsatz abhängig sein wird.

Mit dem vorgeschlagenen Gesetzesentwurf vom 15. September 2015 über den großflächigen Einzelhandel auf dem Gebiet der Republik Polen wird eine Steuer auf die Einzelhandelsgeschäfte mit der Verkaufsfläche von mehr als 250 qm auferlegt. Gegenstand der Besteuerung gemäß dem Entwurf wären mit bestimmten Ausnahmen Lieferungen an Subjekte, die keine Geschäftstätigkeit im Inland ausüben, sowie mit den Lieferungen an diese Subjekte zusammenhängende Leistungen, darunter insbesondere Beförderung, Montage und Reparatur der bei dem Steuerpflichtigen erworbenen Waren. Die Steuerbemessungsgrundlage wäre der Betrag, der dem Lieferanten oder Dienstleister für Durchführung steuerpflichtiger Umsätze durch Steuerpflichtige zusteht. Dieser Betrag würde u.a. weder die geschuldete Umsatzsteuer, falls dieser Umsatz mit dieser Steuer steuerbar wäre, noch Rabatte und Nachlässe umfassen, die dem Erwerber individuell gewährt wurden.

Darüber hinaus sieht der Gesetzesentwurf zwei Besteuerungsvarianten vor:

  1. Der Sondersteuersatz beträgt 2% auf die Bemessungsgrundlage;
  2. Die Steuer würde auf die Bemessungsgrundlage nach dem folgenden Steuertarif quartalsweise erhoben:

 

Steuerbemessungsgrundlage in PLN Die Steuer für den jeweiligen Monat beträgt
von mehr als bis
700.000 PLN 1.300.000 PLN 0,5% auf einen Überschuss über 700.000 PLN
1.300.000 PLN 3.500.000 PLN 3.000 PLN und 1,5% auf einen Überschuss über 1.300.000 PLN
3.500.000 PLN   36.000 PLN und 2% auf einen Überschuss über 3.500.000 PLN

 

 

Die in dem Gesetzesentwurf präsentierte Besteuerungsmethode für die vorgenannte Steuer stieß auf Widerspruch, u.a. der Polnischen Handelskammer, die behauptet, dass die Einführung der Steuer in solch einer Form zur Vernichtung der kleinen und mittleren Einzelhandelsunternehmen beitragen wird.

Nach ausführlichen Verhandlungen zwischen den inländischen Handelsketten und den Vertretern der polnischen Regierung kam man zur Einigung, dass der ursprüngliche Gesetzesentwurf geändert werden soll. Nach ersten Angaben wird die neue Steuer progressiv und von dem durch Einzelhandelsunternehmen generierten Umsatz abhängig sein.

Weiterhin ist nicht bekannt, wie die Geschäfte eigentlich besteuert werden und wann das Gesetz über die neue Steuer in Kraft tritt. Der geänderte Gesetzesentwurf soll noch im Dezember dieses Jahres veröffentlicht werden. 

Jegliche Änderungen werden ihnen laufend mitgeteilt.