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Finanzinstrumente – wird es so heiß gegessen? Prolog.

Piotr STASZKIEWICZ
Audit Partner bei RSM Poland

Das weitere Jahr ist zu Ende. Für die meisten Gesellschaften und Buchführungsabteilungen ist es also die Zeit, wo man hart arbeitet und sich auf den Abschluss der Bücher vorbereitet. Aufgrund der von unseren Mandanten erhaltenen Informationen und der uns während der Schulungen für FiBu-Abteilungen gestellten Fragen sammelten wir die Themen, die bei der Aufstellung von Jahresabschlüssen ein großes Interesse wecken und nichts an Aktualität verlieren. Viele davon besprachen wir bereits für Sie auf unserem Blog: u.a. die Fragen betreffend Leasing, darunter IFRS 16 Leasingverhältnisse, IAS 40 Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien, das Neubewertungsmodell nach IAS 16 bzw. die Erfassung von Erlösen nach IFRS 15. In den nächsten Beiträgen präsentieren wir dagegen die Fragen betreffend Bildung und Darstellung von Rückstellungen (IAS 37) sowie Restwert und Abschreibung nach IAS 16. Den größten Wert legen wir jedoch auf die Analyse von Finanzinstrumenten.

Warum sind die Finanzinstrumente so wichtig?

Unter den Buchaltern und Wirtschaftsprüfern verbreiten sich verschiedene Mythen über Finanzinstrumente. Dabei ist meistens ein ungeschriebener Grundsatz beobachtbar: der Wunsch, dieses Thema auf die lange Bank zu schieben. Es sieht so aus, als ob man dadurch sagen möchte: „Finanzinstrumente betreffen mich sicherlich nicht” oder „in unserer kleinen Gesellschaft kommen die Finanzinstrumente bestimmt nicht vor”.

In der Wirklichkeit betreffen die Finanzinstrumente die Unternehmer genauso oft, wie die fast in jedem Unternehmen vorkommenden Sachanlagen oder Kapital. Wenn also die Finanzinstrumente in der Praxis vorkommen und ein wichtiges Element der Geschäftsvorfälle sind, warum sollten sie mit einer geringeren Aufmerksamkeit als andere Bilanzposten behandelt und ohne eine angemessene Bewertung und Darstellung in dem Jahresabschluss gelassen werden?

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Finanzinstrumente unter der Lupe

Zu den Finanzinstrumenten zählen die üblichen, grundlegenden Instrumente wie Staatsanleihen oder Aktien. In dem Wirtschaftsverkehr haben wir aber auch mit den mehr zusammengesetzten Instrumenten wie Zinsswaps oder Termingeschäfte zu tun. Die meisten Gesellschaften verfügen über Finanzinstrumente, deswegen entschieden wir uns, Ihnen eine Reihe von Artikeln vorzuschlagen, wo wir Ihnen andeuten werden, wie die Finanzinstrumente vom praktischen Standpunkt zu identifizieren, richtig zu bewerten und darzustellen sind. Dabei helfen uns die Vorschriften des Rechnungslegungsgesetzes (im Weiteren: RLG) bzw. Verordnungen über Finanzinstrumente (im Weiteren: FIVO) und vor allem die Internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) – darunter grundsätzlich IFRS 9, sowie auch IFRS 7, IAR 32 und IAR 39. 

Historisch gesehen wurde im Jahr 1995 der IAS 32 veröffentlicht, wo die Anforderungen betreffend die Darstellung von Informationen über Finanzinstrumente enthalten wurden. Die zweite Stufe der Arbeiten an Finanzinstrumenten, darunter an Fragen betreffend Erfassung und Bewertung, wurde drei Jahre später mit IAS 39 beendet. Auf die weiteren internationalen Standards über Finanzinstrumente musste man bis 2005 warten, wo der Board den IFRS 7 veröffentlichte und dann bis 2014, in dem der vollständige IFRS 9 veröffentlicht wurde. Davon erzählen wir schon bald, denn im ersten Halbjahr 2020.

Wie am Anfang erwähnt, konzentrieren wir uns jetzt auf die Festlegung und Erfassung von Rückstellungen, Verbindlichkeiten (darunter bedingten), oder passiven Rechnungsabgrenzungsposten (aufgrund des IAS 37) und auf die Abschreibung von Sachanlagen unter Berücksichtigung des Restwertes (IAS 16).

Bei der erstgenannten Frage kommt es nämlich oft zu:

  • Nichterfassung der Rückstellungen überhaupt (eine falsche Betrachtung des vergangenen Geschäftsvorfalls, bei dem die Bildung von Rückstellungen zu überlegen war) oder
  • einer falschen Einstufung von Rückstellungen und ihrer fehlerhaften Darstellung in der Bilanz.

Bei der Bewertung von Sachanlagen scheinen dagegen folgende Fragen zweifelhaft zu sein:

  • Abschreibungsmethode,
  • Anwendung des Restwertes oder
  • Ermittlung des richtigen Abschreibungssatzes für die jeweilige Sachanlage und ihre Bestandteile.

Sind Sie an der richtigen Erfassung der vorgenannten Themen in dem Jahresabschluss interessiert, dann verfolgen Sie aufmerksam die nächsten Beiträge auf unserem Blog.

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