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Einige Anmerkungen zu einer vorübergehenden Unterbrechung des Gewerbebetriebs

Joanna WILCZYŃSKA
Accounting Manager bei RSM Poland

Eine vorübergehende, also befristete Unterbrechung des Gewerbebetriebs wirft bei vielen Steuerpflichtigen Zweifel auf, nicht nur hinsichtlich der Abrechnung von Gewerbe- und Einkommensteuern oder Sozialversicherungsbeiträgen, sondern auch hinsichtlich der Verpflichtung zur Erstellung einer Einnahmeüberschussrechnung oder einer vollständigen, ordnungsgemäßen Buchführung. Schauen wir uns genauer an, welche Pflichten mit dieser Entscheidung verbunden sind und welche Vereinfachungen in den Vorschriften vorgesehen sind.

Vorübergehende Unterbrechung des Gewerbebetriebs bei Buchführung nach der Einnahmeüberschussrechnung

Die Vorschriften entbinden Gewerbetreibende leider nicht von der Verpflichtung, während des Ruhens des Gewerbetriebs eine vereinfachte Buchführung nach der Einnahmeüberschussrechnung vorzunehmen. In der Praxis kann es allerdings sein, dass während dieser Betriebsunterbrechung gar keine Geschäftsvorfälle anfallen, die überhaupt aufzuzeichnen wären. Auch während des Ruhens des Gewerbebetriebs müssen alle zu besteuernden Einnahmen und Ausgaben, die als Betriebsausgaben geltend gemacht werden könnten, in einer Einnahmeüberschussrechnung erfasst werden.  Es gelten hier dieselben Grundsätze sowohl während der Gewerbeausübung wie auch für den Zeitraum einer Unterbrechung des Gewerbebetriebs. Findet ein Geschäftsvorfall während des Ruhens des Gewerbebetriebs statt, so muss dieser entsprechend zu verbuchen. Am häufigsten handelt es sich hierbei um den Verkauf einer Sachanlage, Ausgaben für Strom, Gas, Wasser etc. oder auch Versicherungsbeiträge.

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Eine wichtige Vereinfachung besteht wiederum darin, dass weder zum Tage der Ruhendmeldung, noch zum Tag der Wiederaufnahme der Gewerbeausübung eine Pflicht dazu besteht, eine erneute Bestandsaufnahme vorzunehmen. Die Ruhendmeldung entbindet den Steuerpflichtigen allerdings nicht von seiner Verpflichtung, jeweils zum Ende und zum Anfang eines Steuerjahres eine solche Bestandsaufnahme durchzuführen.

Vorübergehende Unterbrechung des Gewerbebetriebs bei ordnungsgemäßer Buchführung

Theoretisch ist ein Gewerbetreibender bzw. Selbständiger, der seine Gewerbeausübung für ein gesamtes Geschäftsjahr ruhen lässt, von der Verpflichtung zu einer vollständigen Buchführung entbunden. Dies aber auch nur theoretisch, da bei Geschäftsvorfällen, die sich auf die Vermögens- oder Finanzlage des Unternehmens auswirken, entsprechende Buchungen vorzunehmen sind. Gibt es Geschäftsvorfälle, die sich auf die Vermögens- oder Finanzlage des Unternehmens auswirken, so kann sich der Gewerbetreibende bzw. Selbständige nicht mehr darauf berufen, keine Bücher führen zu müssen. Derartige Geschäftsvorfälle sind meist verbunden mit dem Verkauf einer Sachanlage, Mietkosten für das Büro, anfallende Kosten für Strom etc. oder auch Kontoführungsgebühren.

Abweichend von den Vorschriften des Einkommen- bzw. des Gewerbesteuergesetzes lässt es das Rechnungslegungsgesetz [Ustawa o rachunkowości] hingegen nicht zu, während des Ruhens des Gewerbebetriebs auf Abschreibungen auf die Sachanlagen zu verzichten. Gibt es ein Sachanlagevermögen, auf das Abschreibungen (die entsprechend in den Büchern vermerkt werden müssen) vorgenommen werden, so schließt dies ebenfalls die Möglichkeit aus, während der Unterbrechung des Gewerbebetriebs keine Bücher zu führen. Allerdings sollte hier daran gedacht werden, dass Steuerpflichtige laut den gesetzlichen Bestimmungen über Ertragsteuern jegliche Abschreibungen einstellen müssen (und nicht nur können). Das heißt, dass nunmehr zwei Verfahren zur Abschreibung von Sachanlagen geführt werden müssen: eines für bilanzielle Zwecke und ein weiteres für steuerliche Zwecke. Nach der Wiederaufnahme der Gewerbeausübung müssen die Abschreibungen dann weiterhin in diesen zwei Verfahren vorgenommen werden.

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