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Einfluss der Geschäftsführung auf einen ordnungsgemäßen Abschluss des Bilanzjahres

Piotr STASZKIEWICZ
Audit Partner bei RSM Poland

Hinter dem Fenster ist es bewölkt, nicht selten regnet es. Die ersten Herbstanzeichen sind bereits sichtbar. Es kommt die Zeit, wenn man immer häufiger auf die Zusammenfassungen von drei vergangenen Vierteiljahren sowie Überlegungen darüber stoßen wird, wie das Ende des laufenden Geschäftsjahres sowie das nächste Geschäftsjahr vom geschäftlichen Standpunkt sein werden. Bei einer richtig funktionierenden Organisation ist es die Zeit, in der die tatsächlichen Ergebnisse mit den angenommenen Zielen verglichen werden und man versucht, daraus Schlüsse zu ziehen sowie diese in den künftigen Plänen zu widerspiegeln.

Obwohl die oberen Führungskräfte einen großen Wert auf die Leitung des Geschäfts legen und die meiste Zeit dafür widmen, ist ihr Einsatz in die Entwicklung der Finanzberichterstattung leider nicht immer beobachtbar. Die Finanzberichterstattung ist doch ein untrennbarerer Teil jedes Geschäfts, eine Visitenkarte, die alle Maßnahmen und Aktivitäten des Unternehmens in sich vereint, deren Quantifizierung ein Jahresabschluss ist. Mehr über das Wesen der Rechnungslegungspolitik und Finanzberichterstattung schrieben wir schon auf unserem Blog.

In diesem und dem nächsten Beitrag möchte ich allen veranschaulichen und hervorheben, wie großen Einfluss die Entscheidungen der Geschäftsleitung der Gesellschaft auf die Qualität ihrer Finanzberichterstattung haben. Ich möchte darauf hinweisen, dass ohne das Bewusstsein von Geschäftsführungen (sowie Aufsichtsorganen) über das Wesen der Finanzberichterstattung, ohne das Verstehen der Notwendigkeit für die Aufstellung von Jahresabschlüssen sowie ohne ein richtiges Verstehen des Ziels der internen und externen Revision die durch die Finanzbuchhaltungsmitarbeiter verarbeiteten Daten entweder mit einem erheblichen Fehler belastet oder alle Geschäftsvorfälle nicht zuverlässig und klar darstellen werden. Zieht die Geschäftsleitung aus den bisherigen Prüfungen keine Schlüsse, dann darf man das von den Finanzbuchhaltungsmitarbeitern nicht verlangen. Gerade die Geschäftsführungen/Vorstände und Aufsichtsräte sind für die Aufsicht über die Einführung von Änderungen und Steigerung der Qualität von Informationen zuständig, die an Eigentümer und interessierte Einrichtungen übermittelt werden.

PRÜFUNG DER RECHNUNGSFÜHRUN
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Als Praktiker beobachte ich jedes Jahr die gleiche Situation: die Gesellschaften in Polen legen keinen Wert auf die Finanzberichterstattung, wenn die Geschäftsleitung dazu durch die Öffentlichkeit oder ein ziemlich großes Interesse der Investoren nicht gezwungen ist. Das Fehlen von entsprechenden Angaben in den Jahresabschlüssen oder die in den Abschlüssen auftretenden Fehler ergeben sich grundsätzlich aus:

  • der „Überlegenheit” des Steuerrechts gegenüber dem Bilanzrecht, die wiederum aus der Nichtanwendung der in dem Rechnungslegungsgesetz und dem Gesetzbuch der Handelsgesellschaften genannten Strafsanktionen[1] resultiert,
  • der unzureichenden Kenntnisse der Geschäftsführungen/Vorstände und der Aufsichtsorgane über finanzberichterstattungsbezogene Fragen (und/oder) aus ihrer unzureichenden Beteiligung daran sowie
  • den fehlerhaft gewählten Prüfungshandlungen, welche die Feststellung von erheblichen Unregelmäßigkeiten oder Prüfung der Vollständigkeit der Angabe von wesentlichen Informationen im Jahresabschluss unmöglich machen.

Im Zeitraum, in dem das Geschäftsjahr und das Steuerjahr abzuschließen sind, sollen nicht nur die Buchführungsabteilung, sondern auch die oberen Führungskräfte hart arbeiten. Gerade die Geschäftsführungen/Vorstände und Aufsichtsräte sollen aus den vorherigen Abschlussprüfungen Schlüsse ziehen und dafür sorgen, dass die durch die Finanzbuchhaltungsmitarbeiter verarbeiteten Daten das Bild aller Geschäftsvorfälle zuverlässig und klar darstellen. Vor allem sollen sie sich alle Mühe geben, damit der Jahresabschluss mit keinem wesentlichen Fehler belastet wird, der dann von dem Abschlussprüfer korrigiert werden muss.

Von den häufigsten Fehlern in dem Jahresabschluss erzähle ich in dem nächsten Beitrag. Mittlerweile wünsche ich allen Buchhaltern und Buchhalterinnen, dass diese Fehler und Unregelmäßigkeiten nicht auftreten. Dies kann durch entsprechende Kenntnisse und Beteiligung der Geschäftsführungen/Vorstände und Aufsichtsräte auf der jeweiligen Stufe der Entwicklung von Finanzberichterstattung sichergestellt werden.

 

[1]              Es geht um die Bestimmungen des Art. 77 und 79 des Rechnungslegungsgesetzes (einheitliche Fassung GBl. 351 von 2019) und die Bestimmungen des Art. 585 ff. des Gesetzbuchs der Handelsgesellschaften (GBl. 94 von 2000, FBN. 1037 m.Ä.).

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