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Firmenwagen – mieten oder leasen?

Ewa PYTEL
Accounting Supervisor bei RSM Poland

Was ist günstiger in Bezug auf abzugsfähige Betriebsausgaben: Miete eines Personenkraftwagens oder sein operatives Leasing? Welche Bedeutung hat für einen Unternehmer – Steuerpflichtigen die Art des abgeschlossenen Vertrags?

Kostenlimit

Es erweist sich, dass verschiedene steuerliche Erfassung der Nutzungskosten für einen Firmen-Pkw gerade davon abhängt, ob der Wagen aufgrund eines Mietvertrags oder eines anderen Vertrags genutzt wird, der die Definition des Leasings nach dem polnischen Körperschaftsteuergesetz und Einkommensteuergesetz erfüllt.

Gemäß Art. 16 Abs. 1 Nr. 51 des Gesetzes über die Körperschaftsteuer (KStG-PL) und Art. 23 Abs. 1 Nr. 46 des Gesetzes über die Einkommensteuer (EStG-PL) sind die Kosten der betrieblichen Nutzung eines Personenkraftwagens, der kein Vermögensgegenstand des Steuerpflichtigen ist, in dem das Produkt von Multiplikation der Anzahl der tatsächlich zurückgelegten Kilometer und des Satzes pro 1 zurückgelegten Kilometer (0,5214 bzw. 0,8358 für 1 km je nach dem Hubraum) übersteigenden Teil als abzugsfähige Betriebsausgaben nicht zu behandeln. Dies bedeutet in Praxis, dass die Nutzungskosten in Bezug auf einen Pkw, der aufgrund eines Mietvertrags genutzt wird, nach der sog. Kilometerpauschale abzurechnen sind. Dies hängt mit der Notwendigkeit der Führung eines Registers für Pkw-Kilometerstand, dem Sammeln aller Rechnungen und Belege für getragene Aufwendungen und der Überwachung zusammen, damit zum Ende jedes Monats als Betriebsausgaben nur dieser Teil der Ausgaben behandelt wird, der die Höchstgrenze aufgrund der Kilometerpauschale nicht übersteigt.

Im Rahmen der Kilometerpauschale unterliegen den Einschränkungen alle Nutzungskosten für das Fahrzeug, d.h. Kosten für Kraftstoffe, Öl, Reparaturen, Wartung usw. Nur die Miete für ein für betriebliche Zwecke genutztes Fahrzeug kann ungeachtet der vorgenannten Höchstgrenze abgerechnet werden. Obwohl die Vertreter des Fiskus lange den Standpunkt vertraten, dass die Mietkosten für einen Pkw auch als begrenzte Kosten zu behandeln sind, wurden die Kontroversen in diesem Bereich von dem Finanzminister in der allgemeinen Interpretation vom 8. November 2013 entschieden (Az.  DD2/033/55/MWJ/13/RD-111005), in der festgestellt wurde, dass „als Kosten in Bezug auf die Personenkraftwagen-Nutzung die Kosten für Gebrauch dieses Fahrzeugs, für dessen Inanspruchnahme gelten. Unter diese Kosten fallen keine Kosten, die sich auf Gewinnen der Möglichkeit für Nutzung solch eines Pkw beziehen. Dies bedeutet, als Kosten für Nutzung eines für betriebliche Zwecke gemieteten Personenkraftwagens sind allerlei Nutzungsausgaben zu behandeln. Die Ausgaben für die Mietzahlung bezüglich eines für betriebliche Zwecke gemieteten Personenkraftwagens sind keine Ausgaben in Bezug auf Nutzung. Es sind die Ausgaben, die auf Erreichen eines Rechtsanspruchs abzielen, der die Nutzung des Fahrzeugs ermöglicht, sie sind also eine Sonderkategorie gegenüber den Personenkraftwagen-Nutzungskosten“.

Leasing ohne Einschränkungen

Wird ein Firmen-Pkw aufgrund des Operating-Leasingvertrags genutzt, dann ist er auch kein Vermögensgegenstand des Steuerpflichtigen, man braucht dann aber kein Pkw-Kilometerstand-Register zu führen und alle Ausgaben bezüglich des Fahrzeugs können direkt als abzugsfähige Betriebsausgaben des Unternehmers erfasst werden (Art. 16 Abs. 3b KStG-PL und Art. 23 Abs. 3b EStG-PL).

Wann kann also ein abgeschlossener Vertrag als Operating-Leasingvertrag eingestuft werden? Die Antwort auf diese Frage ist Art. 17a KStG-PL (Art.23a Nr. 1 EStG) zu entnehmen. Mit Leasing haben wir zu tun, falls:

- der Vertrag auf bestimmte Zeit abgeschlossen wurde, die mindestens 40% des normativen Abschreibungszeitraums ausmacht, was bei Personenkraftwagen bedeutet, dass die Mindestvertragslaufzeit 2 Jahre beträgt (normativer Abschreibungszeitraum – 5 Jahre);

- Summe der im Leasingvertrag bestimmten Gebühren (ohne die Steuer von Waren und Dienstleistungen) bei einem neuen Fahrzeug zumindest seinem Anfangswert und bei einem vorher bereits geleasten Fahrzeug seinem Marktwert zu entsprechen hat, der zum Zeitpunkt des Abschlusses des nächsten Vertrags ermittelt wurde. Als Summe der Gebühren gelten u.a. Anfangsgebühr, Leasingraten für die gesamte Vertragsdauer, darunter die Leasing-Sonderzahlung sowie Pkw-Rückkaufpreis.   

Zu bemerken ist auch, dass nicht die Vertragsbezeichnung, sondern der Vertragsinhalt eine schlüsselhafte Bedeutung in Bezug auf abzugsfähige Betriebsausgaben hat. Es kann passieren, dass ein Vertrag, der als Kfz-Mietvertrag bezeichnet wird, die vorgenannten Kriterien für einen Operating-Leasingvertrag erfüllt. Dann unterliegen die Nutzungskosten für einen für betriebliche Zwecke genutzten Personenkraftwagen keinen Einschränkungen in Bezug auf ihre Behandlung als abzugsfähige Betriebsausgaben des Unternehmers.

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