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Das Gespenst der zentralisierten Buchhaltung und des sog. Tax Compliance

Przemysław POWIERZA
Steuerberater, Tax Partner bei RSM Poland
Head of German Desk

Der Steuerberater ist grundsätzlich dafür da, damit das Geschäft im Vordergrund bleiben kann und durch eventuelle steuerliche Probleme nicht zu stark betroffen wird. Wir versuchen stets mit unseren Mandanten so einen Zustand gemeinsam zu erreichen, dass man das Modell des Geschäfts erreicht, wo die Devise „business first“ herrscht. Die etwaigen Analysen (auch für interne, mit dem Controlling zusammenhängende Zwecke) sollen natürlich optimiert werden, darunter auch Steuerabrechnungen, sie sollen aber zugleich im Hintergrund bleiben. Das Geschäft wird ja niemals deswegen geführt, weil man einen Jahresabschluss aufstellen will oder eine Steuer zahlen möchte. Dies sind vielmehr nicht wirklich gewollten Konsequenzen dieses Geschäfts.

Die Unternehmen geben sich jetzt viel Mühe um die internen Prozesse (darunter auch die Buchhaltung und Steuerabrechnung) möglichst zu vereinfachen und dadurch erhebliche Kosten sparen. Manche von unseren Mandanten gehen hier aber einen Schritt zu weit und setzen unbegründet voraus, dass die Regelungen im Bereich des Bilanz- und Steuerrechts sowohl in Deutschland als auch in Polen praktisch gleich, wenn nicht weitgehend ähnlich sein müssen. Das ist aber falsch. Die jahrelangen Arbeiten an der einheitlichen Steuerbemessungsgrundlage für Zwecke der Ertragssteuern zeigen, wie kompliziert und zeitaufwendig diese Prozesse sind und dass es gar nicht so einfach – sogar in der EU – zu erreichen ist. Wenn man sich die Mehrwertsteuerrichtlinie ansieht und deren Grundsätze mit den inländischen Regelungen bei verschiedenen Mitgliedstaaten vergleicht, dann sieht man sofort, wie schwierig ist es die einheitliche Vorgehensweise auszuarbeiten. Und die USt gehört zu den meist harmonisierten innerhalb der EU…

Für uns als Berater ist es derzeit die größte Herausforderung – schon zu Beginn der Zusammenarbeit mit dem Mandanten – klar darzustellen, wie weit darf man sich mit der Zentralisierung von verschiedenen Prozessen im Bereich der Buchhaltung und Steuerabrechnung bewegen, damit man sich selbst nicht schadet. Es ist jetzt einer der Schwerpunkte bei der Beratung zu Beginn der Geschäftsentwicklung in Polen.