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Schenkung und Steuerermäßigung im Bereich der Körperschaftssteuer

Katarzyna KOZIOROWICZ
Junior Accountant bei RSM Poland

Immer mehr Firmen bauen ihre Zukunft nach der CSR- Strategie auf (eng. Corporate Social Responsibility – CSR), welche ihr Image zweifellos fördert. Eine der Lösungen zur Förderung örtlicher Bevölkerung kann die Schenkung sein. Eine juristische Person, die eine Schenkung in Form von Geldmitteln oder Sachmitteln tätigen möchte, hat bestimmte Bedingungen zu erfüllen, um eine KSt-Ermäßigung in Anspruch zu nehmen. Prüfen wir mal, ob man sagen könnte, dass es sich lohnt, zu helfen?

Was ist unter dem Begriff Schenkung zu verstehen?

Unter dem Begriff Schenkung ist eine freiwillige Zuwendung von Geld- bzw. Sachmitteln an eine natürliche oder juristische Person zu verstehen. Dies ist somit eine Art Vertrag zwischen dem Schenker und dem Beschenkten, in dem festgelegt wird, dass die Zuwendung eines Vermögenswertes durch den Schenker unentgeltlich erfolgt und bei ihm zu einer Entreicherung führt. Der Schenkungsvertrag ist einseitig verpflichtend, was in der Praxis bedeutet, dass Schenkung ohne Gegenleistung erfolgt. Die Schenkung wird als vollzogen betrachtet, wenn sie durch den Beschenkten angenommen wird. 

Es werden zwei Arten von Schenkungen unterschieden:

  • Schenkungen in Form von Geldmitteln – Gegenstand der Leistung sind Geldmittel;
  • Schenkungen in Form von Sachmitteln – Gegenstand der Leistung sind bewegliche Sachen (u.a. Nahrungsmittel und Immobilien)

Es muss dabei betont werden, dass Dienstleistungen als Gegenstand der Schenkung nicht angesehen werden dürfen. Die zugunsten des Beschenkten erbrachten Dienstleistungen führen nicht zur Entreicherung des Schenkers. Eben die Entreicherung gilt hier als die Voraussetzung, die im Art. 888 des polnischen Zivilgesetzbuches genannt wird. In diesem Fall hätten wir somit mit einer unentgeltlichen Erbringung der Dienstleistungen zugunsten des Beschenkten zu tun.

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Steuerermäßigung als Folge der Schenkung

Im Prinzip verstehen sich Schenkungen als keine abzugsfähigen Betriebskosten. Jedoch kann man aufgrund der Schenkung die KSt-Ermäßigung in Anspruch nehmen. Um die Schenkung von den Einnahmen abziehen zu können, muss sie für die folgenden Zwecke getätigt werden:

  • Religionsgemeinschaft;
  • wohltätige und fürsorgliche Tätigkeit der Kirche;
  • Tätigkeit gemeinnütziger Einrichtungen.

Der Beschenkte hat somit über keinen Status der gemeinnützigen Organisation (poln. OPP) zu verfügen. Seine Tätigkeit muss sich aber in den Rahmen der öffentlichen Aufgaben einschreiben, welche im Art. 4 des Gesetzes über die gemeinnützige Tätigkeit und Freiwilligendienst genannt werden.  Diese lassen sich in der Satzung der Organisation überprüfen. Wir weisen Sie jedoch darauf hin, dass gemäß dem Gesetz über die gemeinnützige Tätigkeit und Freiwilligendienst zur Führung einer gemeinnützigen Tätigkeit u. a. folgende Subjekte berechtigt sind:

  • juristische Personen;
  • Kirchen;
  • lokale Gebietskörperschaften;
  • Sozialgenossenschaften.

Als nicht abzugsfähig gelten die Schenkungen an natürliche Personen, juristische Personen, Personen ohne Rechtspersönlichkeit und politische Parteien. Abzugsfähig sind jedoch die an Stiftungen zugewandten Vermögenswerte, wobei in diesem Fall eine bestimmte natürliche Person d.h. die Person, welche durch die Stiftung betreut wird, anzugeben ist.

Der  von der Besteuerungsgrundlage abzusetzende Betrag kann 10% der erzielten Einnahmen im Falle von juristischen Personen und 6% im Falle von natürlichen Personen in der jährlichen Erfassung nicht übersteigen.

Eine besondere Art der Schenkung sind Nahrungsmittel – Kosten für den Kauf und Fertigung von Nahrungsmitteln können unter bestimmten Voraussetzungen abgezogen werden. Erstens muss die Schenkung an die gemeinnützige Organisation getätigt werden, und zweitens muss der Bestimmungszweck der zugewendeten Vermögenswerte angegeben werden. Man kann diese jedoch nicht erneut von der Besteuerungsgrundlage abziehen.

Schenkungen muss man nachweisen können

Man muss über entsprechende Nachweise verfügen, welche die Schenkung dokumentieren. Zu jeder Schenkung in Form von Geldmitteln ist immer ein Schriftstück zu geben, z. B. eine Überweisungsbestätigung, die die Ausführung des Überweisungsauftrages nachweist. Der Nachweis muss vollständige Daten beider Vertragsparteien enthalten. Im Falle der Schenkung in Form von Sachmitteln muss man über ein Dokument verfügen, aus dem sich der Wert der zugewandten Vermögenswerte ergibt. Dabei ist immer der Schenkungsvertrag in der schriftlichen Form abzuschließen. Zudem ist hier eine Erklärung über die Annahme der Schenkung durch den Beschenkten erforderlich. Bei der Einreichung der Steuererklärung werden die oben genannten Unterlagen nicht beigefügt, sie sind jedoch aufzubewahren, falls eine Betriebsprüfung angekündigt wird.

Schenkung im Kampf gegen COVID-19

Im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie sind neue Regelungen zum Abzug der Schenkungen im Kampf gegen COVID-19 in Kraft getreten. Im Falle von Schenkungen, welche an:

  • Subjekte, die medizinische Tätigkeit ausüben;
  • Agentur für Materialreserven;
  • Landeszentrale für Sammlung und Verteilung von Sanitär- und Schutzmitteln zur Epidemie-Abwehr

getätigt werden, kann man günstige Steuerermäßigungen in Anspruch nehmen. Im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. September 2020 können wir Folgendes abziehen:

für die Schenkungen, die bis zum 30. April 2020 erfolgten

200% des Wertes der Schenkung

für die Schenkungen, die bis zum 31. Mail 2020 erfolgten

150% des Wertes der Schenkung

für die Schenkungen, die im Zeitraum vom 1. Juni bis 30. September erfolgen

100% des Wertes der Schenkung

 

Zusammenfassen lässt sich sagen, dass Schenkung nur Vorteile mit sich bringt – wir helfen den anderen und zahlen dabei niedrige Steuern. Aus meiner Perspektive lohnt es sich, zum Schenker zu werden. Somit haben wir mit einer Win-Win-Situation zu tun – für jede Seite wird ein höherer Nutzen generiert. Wir fördern die Bedürftigsten, bauen ein positives Image des Unternehmens auf, und können dabei günstige Steuerermäßigungen in Anspruch nehmen.

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