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Periodengerechte Kostenabrechnung – worin liegt das Problem?

Katarzyna CEGIEŁKA
Audit Assistant bei RSM Poland

Das Problem der periodengerechten Kostenabrechnung hängt damit zusammen, dass nicht jede Betriebsausgabe in den Büchern auf einmal erfasst werden kann. Zusätzliche Schwierigkeiten können die Unterschiede zwischen solchen Begriffen wie Betriebsausgabe, Aufwand und Auslage bereiten.

In der Geschäftspraxis hat man immerfort mit den bestimmten Aufwendungen zu tun (Erwerb von Sachanlagen, Versicherungszahlung usw.). Die Aufwendungen werden zu den Betriebsausgaben allmählich oder einmalig. Manche Aufwendungen beziehen sich auf mehr als eine Rechnungsperiode. Dann sind sie in allen Perioden abzurechnen, auf welche sie sich beziehen. Zuordnung solcher Aufwendungen nur zur Periode, in welcher sie tatsächlich getragen wurden, würde die Entstellung des Finanzergebnisses der jeweiligen Gesellschaft zur Folge haben.

Die Aufwendungen sind im Laufe der Zeit proportional zu den Monaten abzurechnen, auf welche sie sich beziehen, z.B. Kosten der Vermögensversicherung, die für das ganze Jahr im Voraus zu bezahlen ist, sind zu aktivieren und anschließend in jedem Monat, welchen diese Versicherungsperiode betrifft, proportional als Betriebsausgaben zu erfassen.

Grundsätze für periodengerechte Kostenabrechnung

Die periodengerechte Kostenabrechnung ist durch die folgenden Rechnungslegungsgrundsätze bedingt:

  1. Realisationsprinzip – alle Finanzgeschäfte bezüglich der jeweiligen Periode sollen in den Büchern der Periode erfasst werden, auf welche sie sich beziehen. Dies bedeutet, dass in der jeweiligen Periode keine Erträge und Aufwendungen der künftigen Perioden erfasst werden dürfen;
  2. Periodenprinzip – in den Büchern sind alle Erträge und die ihnen entsprechenden Aufwendungen (die mit Erwirtschaftung dieser Erträge zusammenhängen) zu erfassen.
  3. Vorsichtsprinzip – die Erträge und Aufwendungen sind nach vernünftiger Bewertung auszuweisen, d.h. ihre Höhe soll weder herabgesetzt noch zu hoch angesetzt werden;
  4. Wesentlichkeitsprinzip – nicht alle Aufwendungen, die sich auf andere Rechnungsperioden beziehen, müssen periodengerecht abgerechnet werden. Beeinflusst die Erfassung der Aufwendungen in der Periode, in der sie tatsächlich getragen wurden, das Jahresergebnis nicht wesentlich, dann können diese Aufwendungen der jeweiligen Rechnungsperiode zugeordnet werden. Dies bedeutet, dass es nicht notwendig ist, die irrelevanten Beträge periodengerecht abzurechnen.

Aktive und passive Rechnungsabgrenzungsposten

Die periodengerechte Kostenabrechnung wird durch das Rechnungslegungsgesetz (RLG) bestimmt. Gemäß Art. 39 RLG ist die periodengerechte Kostenabrechnung durch aktive und passive Rechnungsabgrenzungsposten zu erfolgen.

Die Aufwendungen für künftige Perioden werden mittels der aktiven Rechnungsabgrenzungsposten abgerechnet. Dagegen werden die voraussichtlichen Verbindlichkeiten der laufenden Periode mittels der passiven Rechnungsabgrenzungsposten abgerechnet. Laut Gesetz gelten als solche Verbindlichkeiten u.a. die Verbindlichkeiten, die mit den von den Geschäftspartnern erbrachten Leistungen zusammenhängen, deren Betrag ermittelt werden kann (z.B. Rückstellung für Abschlussprüfung) sowie Verbindlichkeiten, die sich aus der Pflicht zur künftigen Leistungen an Arbeitnehmer ergeben, welche sich auf die laufende Tätigkeit beziehen (Urlaubsrückstellungen). Es ist jedoch zu bemerken, dass ein Teil dieser Aufwendungen gemäß Art. 39 RLG in der Bilanz als Rückstellungen dargestellt wird (z.B. Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer, deren glaubwürdig geschätzter Wert und Erbringungsfrist nicht gewiss sind).[1]

Kostenrechnung – periodengerechte Erfassung und Abrechnung der Kosten

Die periodengerechte Kostenabrechnung wird auf den Konten der aktiven und passiven Rechnungsabrechnungsposten erfasst. Die Aufwendungen der künftigen Perioden werden auf der Soll-Seite auf dem Konto der aktiven Rechnungsabgrenzungsposten verbucht. Dagegen werden die unter den passiven Rechnungsabgrenzungsposten erfassten Aufwendungen der laufenden Periode auf der Haben-Seite auf dem Konto der passiven Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen.

Falls das Subjekt die Aufwandskonten für zwei Verfahren (Gesamtkosten- und Umsatzkostenverfahren) anwendet, dann werden die Rechnungsabgrenzungsposten mittels des Kontos „Abrechnung der Aufwendungen nach Arten” erfasst. In solch einem Fall werden die Aufwendungen zuerst auf den Konten der Aufwendungen nach Arten erfasst und anschließend über das Abrechnungskonto für Aufwendungen nach Arten zu den Rechnungsabgrenzungsposten umgebucht.

Beispiele für die mittels aktiver Rechnungsabrechnungsposten abgerechneten Aufwendungen:

  • im Voraus bezahlte Vermögensversicherungen,
  • im Voraus bezahlte Mieten,
  • im Voraus bezahlte Zeitschriftenabonnements,
  • im Voraus gezahlte Steuern, z.B. Immobiliensteuer,
  • Jahresabschreibung auf den Betriebsfonds für Sozialleistungen (ZFŚŚ)
  • Kosten für Instandsetzung der Sachanlagen

Beispiele für die mittels passiver Rechnungsabrechnungsposten abgerechneten Aufwendungen:

  • Kosten für künftige Pensionsleistungen,
  • Kosten für ausstehende Urlaubstage,
  • Kosten für Jubiläumszuwendungen,
  • Kosten für Garantiereparaturen,
  • Kosten für nicht erhaltene Rechnungen für Strom, Gas,
  • Kosten für nicht abgeschlossene Dienstleistungen, z.B. Baudienstleistungen.

Darüber, welche Aufwendungen in der Bilanz als passive Rechnungsabgrenzungsposten und welche als Rückstellungen dargestellt werden, entscheidet die Glaubwürdigkeit der vorgenommenen Schätzungen – ob der Betrag genau bestimmt und die Abwicklungsfrist (z.B. Frist für den Geldmittelabgang) sicher ist. Mehrere Informationen zu diesem Thema finden Sie jedoch bald auf unserem Blog.


[1] Vgl. International Financial Reporting Standards – International Accounting Standard 37 (internationale Rechnungslegungsstandards –  IAS 37), Paragraph 11 (Nummer 11), London, 2016