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IFRS 16 – ein paar Worte über den neuen Standard (Teil 5)

Piotr STASZKIEWICZ
Audit Partner bei RSM Poland

Neulich konzentrierten wir uns auf Ermittlung des Anfangswertes des Nutzungsrechtes an einem Vermögenswert. Wir erwähnten, dass der Verbindlichkeitswert abgezinst werden soll. Wie ist aber eine Abzinsung zu berechnen? Welcher Abzinsungssatz  ist anzuwenden?

Zuerst ist daran zu erinnern, dass der Verbindlichkeitswert alle fixen Bestandteile (Zahlungen) enthalten soll, welche der Leasingnehmer zu begleichen hat. Ist der Nutzer auch dazu verpflichtet, einen Ausübungspreis der Option (Kaufoption) zu zahlen, dann ist dieser auch mit zu berücksichtigen. Zusätzlich sind variable Leasingzahlungen in Betracht zu ziehen, die von der Entwicklung eines Index oder Kurses abhängen.

Ein so ermittelter Wert der Leasingzahlungen ist unter Berücksichtigung des dem jeweiligen Leasingvertrag zugrunde liegenden Zinssatzes abzuzinsen. Lässt sich dieser Zinssatz nicht bestimmen, dann ist der Grenzfremdkapitalzinssatz anzuwenden, der vereinbart würde, falls der Leasingnehmer einen Kredit/ein Darlehen (für eine ähnliche Dauer wie die Dauer des Leasingvertrags) für den Kauf eines ähnlichen Vermögenswerts eingehen würde, an welchem er ein Nutzungsrecht aufgrund des Leasingvertrags erworben hat.

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Die Vertragsänderungen und Variabilität der Leasingzahlungen nehmen wir nächstes Mal unter die Lupe. In diesem Eintrag möchten wir noch die Frage der Notwendigkeit von Aufteilung der Vertragsbestandteile in die Leasing- bzw. Nicht-Leasingbestandteile ansprechen. Die Ermittlung des Wertes einer Leasingverbindlichkeit und somit des Nutzungsrechtes am Vermögensgegenstand muss ausschließlich auf Leasingbestandteilen basieren, d.h. definitionsgemäß werden alle zusätzliche Dienstleistungen abgelehnt, die alleine kein Hauptziel des unterzeichneten Vertrags sind. Beispielsweise steht im Vertrag über die Nutzung eines Fahrzeugs, dass sein Lieferant zusätzlich z.B. für Wartungsservice und Autowäsche zuständig ist. Diese zwei zusätzlichen Dienstleistungen sind alleine kein Leasingbestandteil, sondern nur eine Zulage. Sie sind auszugliedern und weder im Anfangswert der Leasingverbindlichkeit noch im Anfangswert des Nutzungsrechtes an dem Vermögenswert (Fahrzeug) mit einzubeziehen. Falls wir als Leasingnehmer den Wert von zusätzlichen Dienstleistungen nicht kennen, dann sind wir verpflichtet, ihn aufgrund der beobachtbaren Daten möglichst genau zu schätzen. Schauen wir auf folgendes Beispiel.

Die Gesellschaft X unterzeichnete einen Vertrag mit der Laufzeit von 30 Monaten über Nutzung eines Fahrzeugs und sie zahlte dafür 100j. Im Preis sind das Wartungsservice und Karosseriewäsche einmal pro Monat inbegriffen. Der Marktwert von Wartungsservice liegt bei ca. 10j, der Wert von Autowaschdienste bei 7j und der Wert vom „reinen” Leasing bei einem Konkurrenz-Leasingunternehmen bei 90j. Der Gesamtwert der separat behandelten „Marktdienstleistungen” würde 107j betragen.

Die Beteiligung der Nicht-Leasingbestanteile beträgt 16% (17j./107j.). Somit ist für weitere Berechnungen der Verbindlichkeitswertes und des Nutzungsrechtes am Vermögenswert Folgendes anzunehmen: 84%*100j. = 84j.

Der Wert der Verbindlichkeit beträgt also 30x84 = 2.520. Würden wir einen Abzinsungsfaktor von 1,2 annehmen, dann würde der Anfangswert der Verbindlichkeit, somit auch der Vermögenswerte bei 2.100j. liegen. Solch ein Wert ist zum Leasingbeginn zu verbuchen. Jeden Monat ist eine Abschreibung von 58j unter Aufwendungen zu verbuchen.

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