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IFRS 16 – ein paar Worte über den neuen Standard (Teil 2)

Piotr STASZKIEWICZ
Audit Partner bei RSM Poland

In dem letzten Artikel, der dem Leasing gewidmet wurde, gab es ein paar Beispielsfragen von den Mitgliedern der Geschäftsführungen und Buchhaltern nach dem Ansatz, der Bewertung und dem Ausweis des Leasings nach dem neuen IFRS 16-Standard. Wir beantworten also die eingegangenen Fragen.

Für wen gilt IFRS 16?

Grundsätzlich für alle, die IFRS anwenden und für diejenigen, auf die das Recht auf Kontrolle der Nutzung des jeweiligen Vermögenswertes für eine bestimmte Dauer gegen Gebühr übertragen wird (IFRS 16, Par. 9). Für die weiteren Überlegungen behandeln wir als Leasinggeber alle Rechtsträger, die Rechte auf Nutzung eines Vermögenswertes (oder eines relevanten Teils eines Vermögenswertes) auf bestimmte Zeit gegen Gebühr erhalten.

Das bedeutet aber nicht, dass der Standard keine Ausschlüsse und Befreiungen vorsieht. Grundsätzlich findet IFRS 16 auf folgende Bereiche keine Anwendung: biologische Vermögenswerte (IAS 40), Exploration und Evaluierung von mineralischen Ressourcen (IFRS 6), Konzessionsdienstleistungen, die in IFRIC 12 genannt sind (u. a. Verwaltung öffentlicher Straßen, Brücken etc.), Lizenzen für intellektuelle Vermögenswerte auf der Basis von IFRS 15 oder Rechte auf der Grundlage von Lizenzverträgen im Bereich von u. a. Filmen oder Patenten (IAS 38). Der Leasinggeber kann - es ist allerdings nicht erforderlich - die IFRS 16-Grundsätze auf andere immaterielle Vermögensgegenstände als Rechte aus Lizenzverträgen wie z. B. Kinoproduktionen (Filme), Patente, Urheberrechte etc. anwenden.[1] Wenn man also Verträge über die Nutzung von Autos, Flugzeugen, Grundstücken, Gebäuden oder kleineren Anlagen wie z. B. Computeranlagen geschlossen hat, wird der Nutzer zum Leasingnehmer und hat die für Leasingnehmer geltenden Grundsätze betreffend den Ansatz, die Bewertung und den Ausweis des Leasings anzuwenden, soweit er von keinen Befreiungen Gebrauch macht.

Befreiungen

IFRS 16 gibt zwei mögliche Befreiungen an, d. h. der Leasingnehmer muss die IFRS 16-Grundsätze nicht anwenden auf:

  • kurzfristige Verträge, d.h. solche mit einer Vertragsdauer von 12 Monaten oder weniger;
  • Verträge, deren Gegenstand Rechte auf Nutzung geringwertiger Vermögenswerte sind, die nach dem Preis dieses neuen Vermögenswertes zu analysieren sind; analysiert wird jeder im Vertrag genannte Vermögenswert separat, ihr kumulierter relevanter Wert ist ohne Bedeutung; wenn der Wert des neuen Vermögenswertes, dessen Recht von einem Rechtsträger genutzt wird, geringfügig ist (d.h. den vertraglichen und in den Kommentaren nahe gelegten Betrag von USD 5.000 nicht überschreitet) muss eine Gesellschaft nach IFRS 16 einen solchen geringfügigen Vermögenswert nicht umwandeln.

Die oben genannten Ausschlüsse werden anhand von Beispielen in einem separaten Beitrag behandelt.

Leasingbeginn

IFRS 16 nennt zwei mit dem Leasing verbundene Schlüsselbegriffe. Der erste lautet: inception date, das heißt das Datum, wann der Rechtsträger/Leasingnehmer bestimmen muss, ob der Vertrag Leasing ist oder Leasing enthält. Es ist der frühere Tag zwischen dem Vertragsdatum und dem Datum der Verpflichtung der Vertragsparteien zu den grundlegenden Konditionen des Vertrags. Aus Sicht der Finanz- und Buchprüfungsabteilungen scheint das letztere, das sog. commenecement date (Anfangsdatum), d. h. der Zeitpunkt, wenn der Leasinggeber dem Leasingnehmer einen bestimmten Vermögenswert zur Verfügung stellt/zur Nutzung überlässt, wichtiger zu sein. Zu jenem Tag werden dann das Recht auf Nutzung der Vermögenswerte und auf der Gegenseite der Bilanz die Verbindlichkeiten von dem Leasinggeber in den Büchern erfasst und bewertet.

Was für ein Wert ist anzusetzen und wie ist er in der Bilanz auszuweisen?

Darüber und über sonstige, mit dem Leasing verbundene Fragen nach dem neuen Standard, berichten wir bald auf unserem Blog.


[1]  Gemäß Ziffer BC 71 IFRS 16, Teil B wollte der Beirat/IASB den Leasingnehmern die Anwendung des IFRS 16 auf das Leasing derjenigen immateriellen Vermögensgegenstände nicht unmöglich machen, in Bezug auf welche es keine konkreten Anforderungen in anderen Standards gibt. Somit hat der Beirat beschlossen, dass es keinen Grund dafür gibt, das Leasing von immateriellen Vermögensgegenständen als solche außer den oben genannten, auf welche IAS 38 anzuwenden ist, vom IFRS 16 auszuschließen.

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