RSM Poland
Languages

Languages

IFRS 16 – ein paar Worte über den neuen Standard. Rückleasing (Teil 10)

Piotr STASZKIEWICZ
Audit Partner bei RSM Poland

Zuletzt gingen wir auf die Änderungen von Leasingverträgen ein. Ein weiteres anzusprechendes Thema ist das Rückleasing, das in der Wirtschaftswelt vorkommt. Oft kommt es zu einer Situation, wo die Subjekte zuerst die jeweilige Sachanlage erwerben (ein Gebäude, ein Spezialgerät bzw. eine Produktionsmaschine), aber aufgrund der fehlenden Finanzmittel oder der vorgenommenen Optimierungen im Bereich der Investitionsfinanzierung entscheiden sie sich, diese Vermögenswerte zu verkaufen und sie anschließend zu leasen.

Der Vertrag mit dem Leasinggeber (Subjekt C) hat zum Ziel, die Leasingzahlungen zeitlich zu verteilen. Der Leasinggeber erwirbt bei dem künftigen Leasingnehmer (Subjekt B) den jeweiligen Vermögenswert und anschließend nimmt der Leasingnehmer das Nutzungsrecht an diesem Vermögenswert in Anspruch. Der Verkauf des Vermögenswertes durch den Leasingnehmer (Subjekt B) an seinen späteren Leasinggeber (C) hat zum Ziel die Wiedergewinnung der Liquidität (d.h. Deckung der Ausgaben für Erwerb des jeweiligen Vermögenswertes bei dem Hersteller (Subjekt A).

Man kann sagen, dass es normal ist und daran grundsätzlich nichts Seltsames ist, auch in Bezug auf die buchhalterischen Lösungen. Das stimmt aber gar nicht.

Erstens ist der Verkauf des Vermögenswertes durch den Leasingnehmer (Subjekt B) an seinen späteren Leasinggeber (C) in Bezug auf Bestimmungen des IFRS 15 zu analysieren. Unbedingt muss man beachten, dass im Falle der Nichterfüllung der Bestimmungen des IFRS 15 in Bezug auf Erfassung von Erlösen, d.h. in der Situation, wenn die Verpflichtungen zur Leistung durch die Übergabe des zugesagten Gutes (bzw. der Dienstleistung) nicht erfüllt werden, wird der jeweilige Vermögenswert durch das Subjekt B als eine Sachanlage erfasst, der bei Subjekt A erworben wurde. Auf der anderen Seite werden die Verbindlichkeiten gegenüber C verbucht, denn C zahlte B für einen hypothetischen Erwerb des Vermögenswertes. Hypothetischen, weil die Voraussetzungen des IFRS 15 nicht erfüllt wurden.

Falls es aber aufgrund des IFRS 15 zur Erfassung von Erlösen aufgrund der Transaktion zwischen B und C kommt, dann hat der unterzeichnete Leasingvertrag zur Folge, dass das Nutzungsrecht am Vermögenswert durch das Subjekt B ausgewiesen wird. Idealerweise wird der durch das Subjekt zu einem bestimmten Preis, z.B. 100S. erworbene Vermögenswert sofort (d.h. ohne Abschreibung) für 100 S. veräußert (angenommen, dass dies ein beizulegender Zeitwert ist) und anschließend geleast sowie zum Wert der abgezinsten künftigen Leasingzahlungen bewertet. Leider wird die Transaktion gegenüber dem Subjekt C zu einem anderen Wert als der beizulegende Zeitwert abgewickelt und auch der Wert des Vermögensgegenstands weicht bei dem Subjekt B zum Zeitpunkt dessen Veräußerung an C vom beizulegenden Zeitwert und dem Transaktionswert ab.

Dann wird nach IFRS 16 das Vorgehen in folgenden Schritten vorgeschlagen:

  1. Ermittlung, ob der Verkauf zustande kam (Kriterien des IFRS 15);
  2. Beseitigung des Vermögenswertes von der Bilanz des Veräußerers, falls der Verkauf nach IFRS 15 zustande kam.
  3. Erfassung des Rückleasings als eines üblichen Leasingvertrags, d.h. Erfassung des Nutzungsrechts an dem Vermögenswert und der Leasingverbindlichkeiten in der Bilanz des Leasingnehmers;
  4. Berücksichtigung der Differenzen zwischen dem beizulegenden Zeitwert und dem Verkaufspreis:
    • ist die Zahlung (der Verkaufspreis) niedriger als der beizulegende Zeitwert, ist diese Differenz als Leasing-Vorauszahlung zu erfassen;
    • ist die Zahlung (der Verkaufspreis) höher als der beizulegende Zeitwert, ist diese Differenz als zusätzliche Finanzierungsquelle durch den Leasinggeber zu erfassen.

Interessant, dass der Wert des Nutzungsrechts an dem Vermögensgegenstand als Produkt des Verhältnisses des Buchwertes des veräußerten Vermögenswertes zum beizulegenden Zeitwert (1) und des berechneten Wertes von Leasingverbindlichkeiten berechnet wird.

PRÜFUNG DER RECHNUNGSFÜHRUNG 
Haben Sie Zweifeln daran, ob die Informationen, welche Sie von der Buchhaltungsabteilung erhalten, zuverlässig sind?
MEHR

Rückleasing – Beispiel

Das Subjekt A veräußerte an das Subjekt B ein Gebäude mit einem Buchwert von 250 S. gegen 500 S. Der ermittelte beizulegende Zeitwert lag bei 450 S. A unterzeichnete mit B einen Vertrag über Nutzung des Gebäudes für 18 Jahre gegen eine Zahlung von 30 S. pro Jahr. Nehmen wir einen Abzinsungssatz von 4,5% an. Diese Geschäftsvorfälle sind bei zwei Subjekten zu verbuchen.

Angenommen, dass es zu einem Verkauf kam, berechnet wir nach IFRS 15 die erforderlichen Bestandteile:

  • Differenz zwischen dem beizulegenden Zeitwert und dem Buchwert: 450 S. – 250 S. = 200 S.;
  • Wert der Verbindlichkeiten: 540 S.; nach Berücksichtigung der Abzinsung: 364 S.;
  • Transaktionswert: 500 S.; Überschuss über den beizulegenden Zeitwert: 50 S.;
  • Wert der zusätzlichen Verbindlichkeit aufgrund der Finanzierung des Leasingnehmers: 50 S.
  • Wert des Nutzungsrechtes (NR) an Vermögenswerten ist ein Verhältnis des Nettowertes zum beizulegenden Zeitwert, d.h. 0,56 multipliziert mit dem Wert der Leasingverbindlichkeiten von 314 S. (also mit allen abgezinsten Verbindlichkeiten (364 S.) gemindert um Verbindlichkeiten i.H.v. 50 S. aufgrund der zusätzlichen Finanzierung) = 0,56*314 = 174 S.

Dann können wir in den Büchern des Subjekts A erste Buchungen vornehmen:

Haben Sachanlagen 250 S.
Soll Kasse/Bank/Forderung 500 S.
Soll NR 174 S.
Haben Verbindlichkeit 364 S.
Haben Gewinn in Zusammenhang mit den übertragenden Rechten 60 S.

 

und erste Buchungen in den Büchern des Subjekts B:

Soll Gebäude 450 S.
Soll Investitionen/Darlehen 50 S.
Haben Kasse/Bank 500 S.

 

Somit kommen wir zu dem Punkt, wo man auch die Erfassung des Leasings bei dem finanzierenden Subjekt erwähnen soll. Bei dem Vermieter ist das Leasing mit den Bestimmungen von IFRS 16 im Vergleich zu IAS 17 in einem geringen Maße modifiziert. Weiterhin erfasst der Leasinggeber den jeweiligen Vermögenswert als seine eigene Sachanlage (Operating-Leasing) bzw. als einen separaten Bilanzposten – Leasinginvestition netto. In den oben genannten Beispiel verbuchte der Leasinggeber (unter Annahme, dass es zum Verkauf nach IFRS 15 kam) auf der Aktivseite ein Gebäude mit einem beizulegenden Zeitwert von 450 S. Die Zahlung betrug aber 500 S. Somit hat der Leasinggeber 50 S. als Finanzierungsquelle (d.h. ein dem Leasingnehmer gegebenes Darlehen) auszuweisen.

Zusammenfassung

In ein paar letzten Einträgen versuchten wir, Sie mit dem IFRS 16 vertraut zu machen. Wir sind uns dessen bewusst, dass die Reihe unserer Artikel zum Leasing nach IFRS 16 dieses Thema sowie andere daran bezogenen Themen, die in der Wirtschaftswelt vorkommen (z.B. Subleasing oder Übernahme von Leasing aufgrund der Fusion) nicht ausschöpfen konnten, deswegen wenn Sie Fragen dazu haben, weitere Fälle in diesem Bereich besprechen bzw. die in dem Blog angesprochenen Fragen im Detail besprechen möchten, kontaktieren Sie uns.

MÖCHTEN SIE MEHR ERFAHREN?
Abonnieren Sie unseren Newsletter, um über die steuerrechtlichen und finanziellen Fragestellungen auf dem Laufenden zu sein. Profitieren Sie vom Fachwissen unserer Experten!
Jetzt abonnieren

Blog - Autorzy

Anna MAJ (1)
Ewa PYTEL (1)