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Das Jahresende rückt näher – Zeit für Inventur

Michał DREAS
Junior Audit Manager bei RSM Poland

Die Pflicht zur Durchführung der Inventur ergibt sich aus dem Rechnungslegungsgesetz (zu erinnern ist, dass am 23. September 2015 das Gesetz vom 23. Juli 2015 über Änderung des Gesetzes über die Rechnungslegung und einiger anderen Gesetze in Kraft trat (GBl. 2015, FN. 1333). Gemäß den Vorschriften dieses Gesetzes sind die Subjekte verpflichtet, zum Bilanzstichtag:

a. durch körperliche Bestandsaufnahme, Bewertung ihres Wertes, Vergleich der Werte mit den Daten in den Büchern sowie durch die Klarstellung und Abrechnung der eventuellen Differenzen die Inventur:

  • der Geldaktiva,
  • der Wertpapiere in materieller Form,
  • der Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens,
  • der Sachanlagen und
  • der als Investitionen eingestuften Immobilien, sowie
  • der als Anlagen im Bau eingestuften Maschinen und Anlagen

durchzuführen;

b. durch die von den Banken und Geschäftspartnern erhaltene Bestätigung der Richtigkeit des in den Büchern der Subjekte ausgewiesenen Bestands dieser Aktiva sowie durch die Klarstellung und Abrechnung der eventuellen Differenzen die Inventur:

  • der auf den Bankkonten gesammelten oder durch andere Subjekte aufbewahrten Finanzanlagen, darunter der Wertpapiere in immaterieller Form,
  • der Forderungen, darunter der gewährten Darlehen und
  • der den Geschäftspartnern anvertrauten Vermögensgegenstände

durchzuführen;

c. durch Vergleich der Daten in den Büchern mit den entsprechenden Unterlagen sowie durch die Überprüfung des Wertes dieser Bestandteile die Inventur:

  • der Sachanlagen mit einem erheblich erschwerten Zugang,
  • der Grundstücke und der den Immobilien zugeordneten Rechte,
  • der strittigen und zweifelhaften Forderungen,
  • der Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber den Personen, die keine Bücher führen,
  • der öffentlich-rechtlichen Titel sowie
  • der unter Buchstaben a) und b) nicht genannten Aktiva und Passiva sowie der unter Buchstaben a) und b) genannten Aktiva und Passiva, falls die Durchführung ihrer körperlichen Bestandsaufnahme bzw. ihre Ermittlung aus gerechtfertigten Gründen nicht möglich war,

durchzuführen.

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Das Rechnungslegungsgesetz präzisiert, dass die Inventurfrist (Bilanzstichtag) von den Subjekten eingehalten wird, falls die Bestandteile der Aktiva (ausgenommen Geldaktiva und Wertpapiere) nicht früher als 3 Monate vor Ablauf des Geschäftsjahres und nicht später als bis zum fünfzehnten Tag des Folgejahres inventarisiert werden. Die Ermittlung des Bestands soll durch die Beischreibung zu dem bzw. die Abschreibung von dem aufgrund der körperlichen Bestandsaufnahme bzw. aufgrund der Saldenbestätigung festgestellten Bestand der Einnahmen und Ausgaben (Erhöhungen und Minderungen) erfolgen, die zwischen dem Aufnahme- bzw. Bestätigungstag und dem Tag der Ermittlung des Bestands aufgrund der Bücher zustande kamen, wobei der Bestand aufgrund der Bücher nach dem Bilanzstichtag nicht ermittelt werden darf.

Zugleich sind Abweichungen von dieser Regel für bestimmte Gruppen von Aktiva zulässig:

  1. bei Vorräten von Material, Waren, Fertigerzeugnissen und Halbfertigfabrikaten, die sich in den bewachten Lagerstätten befinden und mengen- und wertmäßig erfasst werden kann die Inventur alle zwei Jahre durchgeführt werden;
  2. bei den als Sachanlagen oder Investitionen eingestuften Immobilien, sowie bei sonstigen Sachanlagen sowie den als Anlagen im Bau eingestuften Maschinen und Anlagen, welche sich auf einem bewachten Gelände befinden, kann die Inventur alle vier Jahre durchgeführt werden;
  3. bei Vorräten von Waren und Material (Verpackungen), die in den Einzelhandelsgeschäften wertmäßig erfasst werden, soll die Inventur einmal pro Jahr durchgeführt werden.

 

Die festgestellten Inventurdifferenzen (die Differenzen zwischen dem tatsächlichen Wert des Bestands und dem buchmäßig errechneten Wert des Bestands) sind klar zu machen und in den Büchern des Jahres zu erfassen, in dem die Inventur durchgeführt wurde. Somit sollen die Inventurdokumentation und die Inventurergebnisse mit den Bücheraufzeichnungen eindeutig verknüpft werden. Die Inventurdokumentation ist 5 Jahre aufzubewahren.

Darüber hinaus möchte ich betonen, dass die Leitung des Subjekts (meistens die Geschäftsführung) den Vertrag über Prüfung oder Durchsicht des Jahresabschlusses mit der anerkannten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gemäß dem Rechnungslegungsgesetz innerhalb solcher Frist abschließen soll, die die Beteiligung des Abschlussprüfers an der Inventur von wichtigen Vermögensgegenständen ermöglicht. Man soll dies beachten und den Abschlussprüfer rechtzeitig kontaktieren. Die Inventurzeit nähert sich mit großen Schritten – so wie das Jahresende.

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