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Abschluss des Geschäftsjahres Schritt für Schritt

Aneta STANIEWSKA
Accounting Semi-Senior bei RSM Poland

Um die Jahreswende sind die Bücher abzuschließen und die Inventur durchzuführen - man soll sich also darauf sorgfältig vorbereiten. Sind Sie gerade beim Abschluss des Geschäftsjahres, dann setzen Sie sich bitte mit der folgenden Aufstellung in Kenntnis und vergewissern Sie sich, ob sie allen gesetzlichen Pflichten in diesem Bereich nachgekommen sind.

Die von mir vorbereitete Tabelle hilft Ihnen das Geschäftsjahr mit dem Bilanzstichtag zum 31. Dezember 2015 reibungslos abzuschließen. Sie enthält die Zusammenstellung von Handlungen und die in dem Rechnungslegungsgesetz (RLG) genannten wichtigen Durchführungsfristen in Bezug auf den Abschluss des Geschäftsjahres.

Lfd. Nr.

Durchführungsfrist

Art der Handlung und Rechtsgrundlage

1.

4. Vierteljahr 2015

Bestellung der anerkannten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft für Prüfung des Jahresabschlusses für 2015 (Art. 66 Abs. 4 und 5 RLG).

2.

Vom 1. Oktober 2015 bis zum 15. Januar 2016

Inventur der im Art. 26 Abs. 3 Nr. 1 RLG genannten Bestandteile der Aktiva. Diese Frist gilt für die aufgrund der körperlichen Bestandsaufnahme oder Saldenbestätigung durchgeführte Inventur.

3.

Zum Bilanzstichtag, d.h. zum 31. Dezember 2015

Die Inventur von Aktiva und Passiva (Art. 26 Abs. 1 RLG), darunter u.a. der im Art. 17 Abs. 2 Nr. 4 RLG genannten Geldaktiva, Halbfertigfabrikate, des Materials, der Waren und Fertigerzeugnisse sowie der durch die Überprüfung inventarisierten Aktiva und Passiva.

4.

Zum Inventurtag

Saldenliste für inventarisierte Gruppe der Aktiva.

Sie dient dem Vergleich der im Wege der Inventur ermittelten tatsächlichen Daten mit den Daten in den Büchern.

5.

Vor dem Abschluss der Bücher für 2015, jedoch spätestens bis zum 26. März 2016

Vergleich der Ergebnisse der Inventur, d.h. der Ist-Bestände mit den Soll-Beständen in den Büchern, Erläuterung, Abrechnung und Erfassung in den Büchern für 2015 der festgestellten Inventurdifferenzen (gemäß Art. 27 i.V.m. Art. 24 Abs. 5 Nr. 2 RLG).

6.

Spätestens am 85. Tag nach dem Bilanzstichtag, d.h. bis zum 26. März 2016

Summen- und Saldenliste für Konten des Hauptbuches für 2015 (Art. 24 Abs. 5 Nr. 2 RLG).

7.

Spätestens innerhalb von 3 Monaten nach dem Bilanzstichtag, d.h. bis zum 31. März 2016

Saldenliste für alle Konten der Hilfsbücher zum 31. Dezember 2015 (Art. 18 Abs. 2 RLG).

8.

Zum Bilanzstichtag, jedoch spätestens innerhalb von 3 Monaten nach diesem Tag, d.h. bis zum 31. März 2016

Abschluss der Bücher für 2015 (Art. 12 Abs. 2 Nr. 1 RLG).

Der Stand nach dem Abschluss der Bücher für 2015 bildet die Grundlage für Aufstellung des Jahresabschlusses für 2015.

9.

Spätestens innerhalb von 3 Monaten nach dem Bilanzstichtag, d.h. bis zum 31. März 2016

Aufstellung des Jahresabschlusses für 2015 (Art. 45 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 RLG).

10.

Nach Aufstellung des Jahresabschlusses für 2015, jedoch spätestens bis zum 31. März 2016

Unterzeichnung des Jahresabschlusses für 2015 (52 Abs. 2 RLG).

Der Jahresabschluss ist mit Angabe des Datums durch die Person, die mit der Buchführung beauftragt wurde, sowie durch Leitung des Subjekts zu unterzeichnen. Ist die Leitung des Subjekts vielköpfig, dann ist der Jahresabschluss von allen Organmitgliedern zu unterzeichnen.

11.

Spätestens innerhalb von 3 Monaten nach dem Bilanzstichtag, d.h. bis zum 31. März 2016

Aufstellung des Lageberichts (Art. 45 Abs. 4 i.V.m. Art. 49 Abs. 1 RLG).

Der Lagebericht ist obligatorisch durch Kapitalgesellschaften (Gesellschaften mit beschränkter Haftung und Aktiengesellschaften), Kommanditgesellschaften auf Aktien, Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit, Rückversicherungsvereine auf Gegenseitigkeit, Genossenschaften und öffentliche Unternehmen aufzustellen.

12.

 

Spätestens innerhalb von 6 Monaten nach dem Bilanzstichtag, d.h. bis zum 30. Juni 2016

Prüfung des Jahresabschlusses für 2015 (Art. 64 Abs. 1 i.V.m. Art. 53 Abs. 1 und Art. 68 RLG).

Da bei einigen Subjekten, u.a. bei Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Aktiengesellschaften und Genossenschaften die Pflicht besteht, den Prüfungsurteil und Prüfungsbericht den Gesellschaftern, Aktionären und Mitgliedern vorzulegen, muss die Abschlussprüfung spätestens 15 Tage vor ihrer Versammlung beendet werden. Bei sonstigen Subjekten muss diese Prüfung vor Feststellung des Jahresabschlusses für 2015 beendet werden.

13.

Spätestens 15 Tage vor der Gesellschafterversammlung, Hauptversammlung der Aktionäre oder Hauptversammlung der Mitglieder, d.h. bis zum 15. Juni 2016

Vorlage des Jahresabschlusses für 2015 (Art. 68 RLG).

Einige Subjekte, darunter u.a. Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Aktiengesellschaften und Genossenschaften sind verpflichtet, den Gesellschaftern, Aktionären und Mitgliedern den Jahresabschluss für 2015 samt Prüfungsurteil und Prüfungsbericht (falls der Jahresabschluss der Prüfungspflicht unterlag) vorzulegen. Die Aktiengesellschaften haben zusätzlich den Aufsichtsratsbericht und den Bericht der Revisionskommission vorzulegen.

14.

Innerhalb von 6 Monaten nach dem Bilanzstichtag, d.h. spätestens bis zum 30. Juni 2016

Feststellung des Jahresabschlusses für 2015 durch das Feststellungsorgan (53 Abs. 1 RLG).

15.

Nach Feststellung des Jahresabschlusses für 2015

Verteilung bzw. Deckung des Finanzergebnisses für 2015 (53 Abs. 3 und 4 RLG).

16.

Innerhalb von 10 Tagen nach Feststellung des Jahresabschlusses für 2015

Einreichung des Jahresabschlusses für 2015 bei dem Finanzamt durch Körperschaftsteuerpflichtige (Art. 27 Abs. 2 des Gesetzes über Körperschaftsteuer - GBl. 2014 FN. 851 m.Ä.).

17.

Innerhalb von 15 Tagen nach Feststellung des Jahresabschlusses, jedoch spätestens bis zum 15. Juli 2016

Endgültiger Abschluss der Bücher für 2015 (Art. 12 Abs. 4 und 5 RLG).

Dies beruht auf dem unwiderruflichen Ausschluss der Möglichkeit, in den Beständen, welche die abgeschlossenen Bücher bilden, Aufzeichnungen vorzunehmen.

18.

Innerhalb von 15 Tagen nach Feststellung des Jahresabschlusses, jedoch spätestens bis zum 15. Juli 2016

Einreichung des Jahresabschlusses für 2015 und anderer Unterlagen bei dem Landesgerichtsregister (KRS) (Art. 69 RLG).

Wird der Jahresabschluss für 2015 bis zum 30. Juni 2016 nicht festgestellt, ist er bei dem Landesgerichtsregister zweimal einzureichen: der nicht festgestellte Jahresabschluss bis zum 15. Juli 2016, der festgestellte Jahresabschluss 15 Tage nach dessen Feststellung.

19.

Innerhalb von 15 Tagen nach Feststellung des Jahresabschlusses, jedoch spätestens bis zum 15. Juli 2016

Einreichung des Jahresabschlusses für 2015 und anderer Unterlagen (falls der Jahresabschluss der Prüfungspflicht unterlag):

a)

durch Genossenschaften - zur Bekanntmachung in Monitor Spółdzielczy,

b)

durch Subjekte (darunter natürliche Personen), die keine Jahresabschlüsse bei dem Landesgerichtsregister einreichen - zur Bekanntmachung in Monitor Sądowy i Gospodarczy (Art. 70 RLG).

 
 
 

Abschluss des Geschäftsjahres hängt mit Notwendigkeit für Erfüllung von zahlreichen Steuerpflichten zusammen, die keinem Unternehmer entfallen dürfen.

1.

Bis 29. Februar 2016

Die Gesellschaft, die 2015 die Personen aufgrund des Arbeits-, Auftrags- oder Werkvertrags anstellte, hat bei dem Finanzamt auf dem Steuervordruck PIT-4R die Abrechnung der im Laufe des Jahres entrichteten Einkommensteuer-Vorauszahlungen einzureichen.

2.

Bis 29. Februar 2016

Die Gesellschaft, die 2015 die Entgelte bis zu 200 PLN monatlich auszahlte oder die Leistungen an ehemalige Arbeitnehmer (Alters- bzw. Invalidenrentner) erbrachte, hat bei dem Finanzamt (auf dem Steuervordruck PIT-8AR) die Auskunft über die im Laufe des Jahres entrichteten Beträge für pauschale Einkommensteuer einzureichen.

3.

Bis 29. Februar 2016

Einreichung der Erklärungen PIT-11, PIT-8C, PIT-R, IFT-1R/IFT-1R und PIT-40 bei dem Finanzamt.

4.

Bis 31. März 2016

Einreichung der Erklärung CIT-8 samt Anhängen CIT-8/O und CIT D bei dem Finanzamt.

 

 

Abschluss des Geschäftsjahres ist eine schwierige Zeit für jeden Buchhalter. Man soll sich also darauf sorgfältig vorbereiten und je nach Bedarf die Beratung der Spezialisten in Anspruch nehmen, die die Jahresabschlüsse gemäß den vereinbarten Rechnungslegungsstandards aufstellen und mit dem Abschlussprüfer des Mandanten zusammenarbeiten.