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Bewertung und ihre Bedeutung im Rechnungswesen

Małgorzata SKÓRA
Junior Accountant bei RSM Poland

Die Bestimmung des Wertes von Vermögensgegenständen und Schulden beeinflusst nicht nur die in der Bilanz (dem Bericht über Finanzlage des Unternehmens) dargestellten Posten, sondern auch das Finanzergebnis des Unternehmens. Da eine der Aufgaben des Rechnungswesens auf der Bereitstellung der Informationen über den Wirtschaftswert des Unternehmens beruht, begann man den beizulegenden Zeitwert sowohl bei der Zugangs- als auch bei der Folgebewertung in einem höheren Maße in Anspruch zu nehmen. Dieser Parameter der Bewertung, der grundsätzlich dem Marktwert entspricht, rief zahlreiche Kontroversen aufgrund der Unregelmäßigkeiten in der Rechnungslegung hervor.

Bedeutung der Bewertung im Rechnungswesen

Der BegriffRechnungswesen” hat gegenwärtig eine Doppelbedeutung. Das Rechnungswesen kann man als eine wissenschaftliche Disziplin betrachten, die aufgrund der durchgeführten Prüfungen die Verbesserung der Kommunikation zwischen den Verfassern von Finanz- und Nichtfinanzinformationen und deren Adressaten ermöglicht. Dieser Begriff steht auch für eine praxisorientierte Tätigkeit, die auf der Durchführung von bestimmten Handlungen bei den Wirtschaftssubjekten durch qualifizierte Personen beruht.1

Es kann ein externes Rechnungswesen, d.h. Finanzbuchhaltung für externe Zwecke sowie ein internes Rechnungswesen für interne Zwecke sein.

Abbildung 1 Grundlegende Abhängigkeiten zwischen dem internen Rechnungswesen und der Finanzbuchhaltung

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Quelle: Eigene Bearbeitung aufgrund R. Patterson: Kompendium terminów z zakresu rachunkowości po polsku i angielsku [Kompendium der Begriffe im Bereich des Rechnungswesens auf Polnisch und Englisch], CFRR, Warszawa 2015, S. 377-378.

Eine besondere Bedeutung hat in dem Rechnungswesen die Bewertung, die die Widerspiegelung der Wirklichkeit durch die Darstellung der realen Prozesse in der finanziellen Dimension zum Ziel hat.2 Mit anderen Worten: die Bewertung beruht auf dem Ausdruck der Sachverhalte, Nützlichkeiten und Eigenschaften von Gegenständen, Gütern, Subjekten, Qualität und Dienstleistungen in den Werteinheiten.3

In dem Wörterbuch für polnische Sprache ist der Begriff „Bewertung” als „Bestimmung des materiellen Wertes für etwas” erläutert. Aus dieser Definition geht hervor, dass der Bewertungsprozess als Zuordnung des materiellen Wertes den Sachen und Sachverhalten anzusehen ist und vor dem Beginn der Bewertung die Art des Wertes bestimmt werden soll, die Gegenstand unserer Suche ist.

Arten der Bewertung

Die Bewertung gilt als Prozess der Wertschätzung, der auf der gleichzeitigen Berücksichtigung der Eigenschaften des Objekts und Absichten des Subjekts beruht, dessen Ziel die Zuordnung eines monetären Wertes den Sachverhalten oder Objekten im Unternehmen ist. Es ist zu betonen, dass die Durchführung einer Bewertung ohne das Vorliegen eines Objekts und Subjekts nicht möglich ist.4

In dem Rechnungswesen kann man folgende Arten der Bewertung unterscheiden:

  • Bewertung der Unternehmen und einzelnen Vermögensgegenstände
  • Zugangs- und Folgebewertung

Die Durchführung der Bewertung in einem Unternehmen ist einem vorrangigen Ziel der wirtschaftlichen Tätigkeit unterordnet, d.h. der Steigerung des Marktwertes des Unternehmens, was für den Anstieg des Einkommens dessen Eigentümer günstig ist.

Die Bewertung des Unternehmens als Ganzes wird im Falle seiner Vermietung, Versicherung dessen Verkaufs, Übergabe im Rahmen des Leasings und Einbringung als Sacheinlage in ein anderes Unternehmen durchgeführt. Es ist auch zu betonen, dass diese Bewertung in der Regel einmalig ist. Die Bewertung beruht dann auf einer wertorientierten Messung des Unternehmens und seiner Vermögensgegenstände zur Übermittlung von zuverlässigen Informationen, die eine Bewertung der Ergebnisse der in der Vergangenheit vorgenommenen Handlungen ermöglichen sowie die günstigsten Entscheidungen in der Zukunft treffen lassen.5

Das Bewertungsverfahren für einzelne Vermögensgegenstände ist in den Rechtsvorschriften und Rechnungslegungsstandards beschrieben. Es ist auch möglich, alternative Lösungen anzuwenden, die in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des jeweiligen Unternehmens präsentiert werden.

Die Abbildung 2 veranschaulicht die Abhängigkeiten zwischen der Bewertung von Unternehmen und Bewertung ihrer einzelnen Vermögensgegenstände.

Abbildung 2 Abhängigkeiten zwischen der Bewertung von Unternehmen und Bewertung ihrer einzelnen Vermögensgegenstände

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Quelle: Eigene Bearbeitung aufgrund: S. Hońko: Koncepcja ostrożnej wyceny. [Konzept des Vorsichtsprinzips], zit. Pos., S. 18.

Bewertungsmodelle

Die Zugangsbewertung wird einmalig zum Zeitpunkt der Aufnahme eines neuen Vermögensgegenstands in die Bücher durchgeführt. Die Folgebewertung wird dagegen zyklisch, zum Bilanzstichtag vorgenommen.

Als vorrangiges Prinzip bei der Durchführung der Bewertung im Rechnungswesen gilt das Konzept eines (wahren) und zuverlässigen Bildes über reale Prozesse.

Die Betrachtungsweise der Bewertung in den Rechnungslegungssystemen der einzelnen Länder basiert jedoch auch zwei abweichenden Ansätzen – einem wertorientierten und einem transaktionsorientierten Ansatz.

Das wertorientierte Modell, das auch der bilanzorientierte Ansatz genannt wird, wird meistens in den angelsächsischen Ländern angewendet. Seine Grundsätze sind:6

  • die Bewertung von Vermögenswerten und Schulden basiert auf dem beizulegenden Zeitwert,
  • der Ertrag wird durch das Unternehmen zum Zeitpunkt des Anstiegs seiner Vermögenswerte bzw. Rückgangs seiner Schulden (ausgenommen Kapitaltransaktionen) erzielt. In diesem Modell enthält der Gewinn den realisierten und nicht realisierten Teil (der sich aus der Neubewertung ergibt),
  • der Hauptbestandteil eines Jahresabschlusses ist Bilanz.

Ein anderes Modell, das auch ergebnisorientierter Ansatz genannt wird, wird in den Ländern Kontinentaleuropas genutzt, und seine Grundsätze sind:

  • die Vermögenswerte und Schulden werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet,
  • der Ertrag kann nur zum Zeitpunkt des Verkaufs erfasst werden,
  • in der Bilanz wird die Zusammenstellung der Schlusssalden dargestellt.

Der ergebnisorientierte Ansatz zielt grundsätzlich auf die Darstellung von Informationen über vergangene Geschäftsvorfälle in dem jeweiligen Unternehmen ab und als der wichtigste Bestandteil des Jahresabschlusses gilt die Gewinn- und Verlustrechnung.

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich eine ordnungsgemäße Bewertung von Aktiva und Passiva auf die Genauigkeit von Jahresabschlüssen sowie das Finanzergebnis des jeweiligen Unternehmens erheblich auswirkt. Brauchen Sie Unterstützung bei der Durchführung einer ordnungsgemäßen Bewertung für Zwecke der Rechnungslegung Ihres Unternehmens, kontaktieren Sie bitte unsere Experten.

 

[1] Ł. Matuszak: Wycena a wiarygodność i porównywalność sprawozdania finansowego [Dt. Bewertung vs. Zuverlässigkeit und Vergleichbarkeit eines Jahresabschlusses], Poznań 2012, S..18-19.

[2] S. Hońko: Wycena w rachunkowości znaczenie, podstawy, parametry i zasady [Bewertung im Rechnungswesen. Bedeutung, Grundlagen, Parameter und Grundsätze], Wydawnictwo Produkcyjno- Handlowe ZAPOL Dmochowski, Sobczyk Spj, Szczecin 2013, S. 13. 

[3] Unter der Redaktion von D. Łaguna, T.M. Łaguna: Podstawy wyceny nieruchomości przedsiębiorstw organizacji i zasobów [Grundlagen der Bewertung von Immobilien, Unternehmen, Organisationen und Ressourcen], UWM, Olsztyn 2014, S. 8.

[4] S. Hońko: Koncepcja ostrożnej wyceny w rachunkowości [Konzept des Vorsichtsprinzips im Rechnungswesen], Wydawnictwo Naukowe Uniwersytetu Szczecińskiego, Szczecin 2008, S. 15.

[5] A. Kamela-Sowińska: Wartość firmy [Firmenwert], PWE, Warszawa 1996, S. 135.

[6] J. Gierusz: Koszt historyczny czy wartość godziwa – dylematy wyceny w rachunkowości [Anschaffungs- vs. Herstellungskosten vs. Fair Value – Bewertungsdilemmas in der Rechnungslegung] Zeszyty Teoretyczne Rachunkowości [Theoretische Rechnungslegungshefte], Band 62 (118). Stowarzyszenie Księgowych w Polsce [Verein der Buchhalter in Polen], Warszawa 2011, S. 113.

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