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Polnische Ordnung – Vergünstigungen für Holdinggesellschaften

Lesezeit: 3 Minuten.

In diesem Beitrag erfahren Sie:

  • welche Vorteile das Holdinggesellschaftsregime mit sich bringt,
  • welche Anti-Missbrauchsklauseln von dem Gesetzgeber vorgesehen wurden,
  • ob man die vorgeschlagenen Vergünstigungen einfach in Anspruch nehmen kann.

Piotr WYRWA
Tax Manager bei RSM Poland

Wawrzyniec ŻBIKOWSKI
Junior Tax Consultant bei RSM Poland

 

In diesem Beitrag wird das Thema der Polnischen Ordnung und der für 2022 geplanten Steueränderungen fortgesetzt. Neben den Vorschriften, welche die Vereinfachungen bei der Wahl der  "estnischen Körperschaftsteuer" bieten und dem innovationsfördernden Paket sind eine bemerkenswerte Neuigkeit die Vergünstigungen für Holdinggesellschaften. Der Vorschlag sieht interessant aus, jedoch lässt sich aufgrund dessen tiefgreifenden Analyse viele mit der neuen Vergünstigung zusammenhängenden Gefahren identifizieren.

Worauf werden neue Steuervergünstigungen beruhen?

Die Vorteile scheinen auf den ersten Blick erheblich zu sein und sie umfassen:

  • Körperschaftsteuerbefreiung für 95% des Einkommens aus Dividenden, die eine Holdinggesellschaft bei ihren Tochtergesellschaften bezieht;
  • Körperschaftsteuerbefreiung für die durch die Holdinggesellschaft erzielten Gewinne aus Veräußerung der Geschäftsanteile und Aktien an ihren Tochtergesellschaften - soweit diese Veräußerung an fremde Dritte erfolgt.

Welche Voraussetzungen werden Holdinggesellschaften erfüllen müssen?

Nicht jede Holding-Struktur wird die vorgenannten Vergünstigungen in Anspruch nehmen können. Die neuen Vorschriften werden nur für diejenigen Gruppen gelten, welche die im Körperschaftsteuergesetz ausführlich genannte Kriterien erfüllen. Zu den wichtigsten Voraussetzungen zählen:

  • Holdinggesellschaft muss mindestens 10% Geschäftsanteile oder Aktien an einer Tochtergesellschaft über mindestens ein Jahr haben;
  • Holdinggesellschaft und ihre Tochtergesellschaften dürfen die Zonenbefreiungen (d.h. Befreiungen der Sonderwirtschaftszone (SSE) und Polnischen Investitionszone (PSI)) nicht in Anspruch nehmen.

Darüber hinaus darf der Anteilseigner einer Holdinggesellschaft nicht aus einer Steueroase oder aus einem Staat kommen, mit dem Polen kein Doppelbesteuerungsabkommen unterzeichnet hat und die Tochtergesellschaft darf maximal 5% Geschäftsanteile oder Aktien an anderen Gesellschaften haben.

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Worauf soll man bei der Inanspruchnahme von Vergünstigungen achten?

Durch die Anforderung, dass die Tochtergesellschaft keine Geschäftsanteile oder Aktien an anderen Gesellschaften haben darf, wird die Inanspruchnahme der Vergünstigung nur für einstufige Holding-Strukturen möglich. Es ist jedoch zu betonen, dass in der Begründung zu den Vorschriften ihre künftige Erstreckung auf die mehrstufigen Holding-Strukturen nicht ausgeschlossen wurde. Von der neuen Vergünstigung werden auch Steuerliche Kapitalgruppen ausgeschlossen sein.

Des Weiteren findet die Körperschaftsteuerbefreiung für Einkommen aus Veräußerung der Geschäftsanteile und Aktien keine Anwendung im Falle der sog. Immobiliengesellschaften, d.h. der Unternehmen, die mindestens 50% Vermögenswerte unmittelbar oder mittelbar in Immobilien haben.

Es ist auch zu bemerken, dass man dann im Falle des 5% des zu besteuernden Einkommens aus Dividende die „üblichen“, für Dividenden vorgesehenen Körperschaftsteuerbefreiungen (Art. 20 Abs. 3 und Art. 22 Abs. 4 KStG-PL) nicht in Anspruch nehmen kann. Somit wird mit dem neuen Regime die vollständige Körperschaftsteuerbefreiung nicht sichergestellt.

Änderung gar nicht so gut

In Bezug auf die Nachteile der neuen Vorschriften ist zu erwähnen, dass der Gesetzgeber beschlossen hat, Anti-Missbrauchsklauseln einzuführen, die den Kreis der Unternehmen, die am Holdinggesellschaftsregime interessiert sind, erheblich einschränken können.

Die Befreiung der Dividenden von der Körperschaftsteuer wird z.B. entfallen, wenn die Tochtergesellschaft mindestens 33% ihrer Einnahmen aus passiven Einkünften (d.h. z.B. aus Darlehen, Bürgschaften, Garantien und sonstigen Kapitaleinkünften) erzielen wird.

Darüber hinaus muss eine Holdinggesellschaft die wirtschaftliche Tätigkeit tatsächlich ausüben und ein ausreichendes Vermögen und Personal haben, die für diese Tätigkeit erforderlich sind. Im Falle der Holdinggesellschaften kann das Nachweisen der Erfüllung dieser Anforderung problematisch sein.

Angesichts der vorstehenden Aspekte der vorgeschlagenen Änderungen scheint das Holdinggesellschaftsregime – ohne wesentliche Modifikationen – kein großes Interesse zu wecken. Für einen erheblichen Teil der Unternehmen, die übliche Befreiungen von der Dividendenbesteuerung in Anspruch nehmen können, erweisen sich nämlich die neuen Grundsätze einfach als weniger günstig.

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